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Alles kostenlos!: Der „Armen-Trödel“ nach dem Trödelmarkt

Der liegengebliebene Trödel wird nach Brauchbarem durchsucht.

Der liegengebliebene Trödel wird nach Brauchbarem durchsucht.

Foto:

Voltea

Düsseldorf -

Der Radschlägermarkt auf dem Großmarkt ist der älteste Düsseldorfer Trödelmarkt. Seit 38 Jahren zieht er ein mal im Monat zehntausende Besucher an. Doch die wahren Schnäppchenjäger kommen erst, wenn die Flohmarkthändler abziehen. In zurückgelassenen Bergen von Waren decken sich dann auch die Ärmsten ein. Kostenlos!

Sonntags 16 Uhr. Die Händler sind weg, aber auf dem Trödelmarktgelände und an den Müllcontainern liegen Berge von Kleidung, Büchern, Porzellan, Spielwaren oder Kleinmöbel. Alles zum Null-Tarif.

Händler Mark T. (55): „Ich kann doch nicht alles wieder mitnehmen. Was ich nicht verkauft habe, kann ich in vier Wochen auch nicht verkaufen. Also muss ich Neues besorgen. Ich lasse dann viel liegen.“

Einer der Glücklichen ist Rentner Horst S. (72). Er hat sich mit Geschirr und Töpfen eingedeckt. Der 66-Jährige sagt: „Ich habe nur 600 Euro Rente, warte immer, bis der Trödelmarkt schließt. Da finde ich tolle Schnäppchen. Und die sind kostenlos.“

Maria Sch. (58) aus Neuss: „Ich lebe von einer kleinen Witwenrente, kann mir nichts kaufen. Hier finde ich so viele Klamotten zum Anziehen, die ich mir sonst nicht leisten kann.“

Besucher Walter Metzler (33) erzählt: „Das sind arme Menschen. Was man hier nach 16 Uhr sieht, ist die pure Armut. Erschütternd, aber die Wahrheit!“ Um 19 Uhr kommen die Müllwagen, fegen radikal den Großmarkt sauber. Das Schauspiel wird sich am nächsten Sonntag wiederholen. Dann ist wieder Trödelmarkt.