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Express.de | 81-Jährige erhält Kündigung : Altenheim-Rauswurf wegen „Stinkefinger“
04. November 2013
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81-Jährige erhält Kündigung : Altenheim-Rauswurf wegen „Stinkefinger“

Ines Müller mit Per Steinbrucks „Stinkefinger“.

Ines Müller mit Per Steinbrucks „Stinkefinger“.

Foto:

Uwe Schaffmeister

Düsseldorf -

Der Stinkefinger – gesellschaftsfähig ist er nicht (auch wenn selbst Kanzlerkandidaten ihn gelegentlich zeigen), sondern eine Beleidigung. Ungewöhnlich, ja eigentlich unglaublich ist allerdings der folgende Fall: Eine 81-jährige Seniorin soll aus dem Heim geworfen werden, weil sie angeblich den Mittelfinger gezeigt hat!

Seit Jahren wohnt Ines Müller im „Betreuten Wohnen“ der Caritas an der Hubertusstraße gleich gegenüber dem Landtag. Ganz glücklich ist sie mit ihrer Wohnung nicht – zu heiß im Sommer, zu kalt im Winter. Sie beschwerte sich („Ich habe hier schon mehr als 200 000 Euro gezahlt“) – und gilt offenbar jetzt als Querulantin. „Seitdem läuft hier ein regelrechtes Mobbing gegen mich.“

Die Auseinandersetzung gipfelte in einem Schreiben eines Anwalts, der von der Caritas beauftragt worden war: „Am 7. Juli haben Sie den Mietfrieden nachhaltig und in nicht hinnehmbarer Weise gestört“, steht dort zu lesen. „An diesem Tag haben Sie drei Mitbewohnerinnen, die sich im Garten aufhielten, gestört und beleidigt, indem Sie drei Eimer Wasser in ihre Richtung gossen und sie mit dem erhobenen Mittelfinger belästigten.“

Ines Müller bestreitet diese Vorwürfe vehement: „So etwas würde ich nie tun! Und von meinem Fenster aus kann ich auch gar kein Wasser herunter schütten – die Brüstung geht mir bis zum Kinn. Die Sache mit dem »Stinkefinger« kann auch gar nicht stimmen, denn von dort unten kann man mein Fenster überhaupt nicht sehen!“

Dennoch: Der Caritas-Rechtsanwalt spricht der Seniorin eine Abmahnung aus und droht ihr eine „Kündigung des Mietverhältnisses wegen mietwidrigen Verhaltens“ an.

„Ich werde hier gemobbt“, sagt Ines Müller. „Neuester Vorwurf ist, dass ich Bananenschalen raus werfen soll, damit andere stürzen und sich verletzten. Das ist doch einfach unglaublich!“

Daumen, Zeige- oder Stinkefinger - können Sie das erkennen?

EXPRESS hat den Test gemacht: Kann man vom Garten des Heimes für Betreutes Wohnen einen ausgestreckten Mittelfinger in der dritten Etage überhaupt sehen?

Von der Position, in der die Zeugen im Juli gestanden haben sollen, ist das Fenster überhaupt nicht sichtbar. Fotograf Uwe Schaffmeister suchte sich deshalb eine besser Position, um die hoch gereckte Hand von Ines Müller zu fotografieren – sie selbst ist aber von hier aus auch nicht erkennbar. Für die Bilder von den verschiedenen „Finger“ benötigte der Fotograf ein starkes Teleobjektiv …