Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

„Osmanen Germania“: Düsseldorf droht ein neuer Rocker-Krieg

Rocker1

Rund 70 muskelbepackte Kampfsportler wurden am Montagabend von der Polizei in Neuss gestoppt.

Foto:

Patrick Schüller

Düsseldorf/Neuss -

Riesen-Polizeieinsatz am Montagabend in Neuss. Plötzlich tauchen 70 muskulöse Männer am Wendersplatz auf. Es sind Mitglieder der „Osmanen Germania“. Offiziell ein Boxverein, inoffiziell ein neuer Rockerclub.

Droht jetzt ein neuer Krieg im Milieu?

Die „Osmanen“ sollen Handlanger eines türkischen Paten in einer Auseinandersetzung unter „Hells Angels“ sein.

Vor allem in auffällig teuren Autos rückten sie am Montagabend in Neuss an. Zwischen 70 und 80 Mitglieder der „Osmanen Germania“ waren auf dem Weg in die Neusser Innenstadt, als sie am Wendersplatz von der Polizei gestoppt wurden. Als die Beamten erkannten, wen sie da vor sich hatten, riefen sie Verstärkung – auch aus umliegenden Städten.

Am Ende waren die „Osmanen“ von mehreren Dutzend Polizisten umstellt, einige davon mit der Maschinenpistole im Anschlag. Die Polizei durchsuchte die Autos der extrem muskulösen Männer mit Migrationshintergrund.

Dabei kamen mehrere Messer und ein Schlagring zum Vorschein. Gegen zwei Mitglieder der Gruppe (23 und 25 Jahre) aus dem Raum Siegen wird jetzt wegen unerlaubtem Waffenbesitz ermittelt. Rund 70 Männern erteilten die Beamten einen Platzverweis.

Die Polizei war durchaus vorgewarnt. Schon am Donnerstag war eine Gruppe der „Osmanen Germania“ am Neusser Rathaus aufgetaucht, hatte dort ein Gruppenfoto geschossen.

Seitdem rätseln die Ermittler, was diese Gruppe damit bezwecken wollte. Es gibt zwei Theorien:

  • Der stark expandierende „Boxverein“ will ein neues Chapter in Neuss gründen.
  • Es war eine Machtdemonstration in Richtung der Düsseldorfer „Hells Angels“.

Denn die Tarnung als Boxverein soll nur eine weitere, neue Rockergruppierung in Deutschland verschleiern. Einer der Gründer der „Osmanen Germania“, Selçuk Can S., ist ein ehemaliger „Hells Angel“. Alle Mitglieder sind in irgendeiner Form Kampfsportler.

Die Gruppe hat sich erst im Frühjahr 2015 im Großraum Frankfurt gegründet, expandiert seitdem aber bundesweit. In der Region gibt es Chapter in Duisburg und Köln. Der Club besteht vor allem aus Menschen mit türkischem Hintergrund, nimmt aber alle Nationalitäten auf.

Der Hintergrund dieser Vereinigung ist noch unklar. Vieles deutet darauf hin, dass sie in Deutschland gegen die „Alt-Rocker“ bei den „Hells Angels“ agieren sollen. In der deutschen Sektion des größten  Motorradclubs der Welt gibt es seit Jahren einen Machtkampf.

Zwischen den alteingesessenen „deutschen“ Rockern, die unter anderem in Düsseldorf regieren. Und den vor allem türkischstämmigen Neulingen, die oft aus dem Türsteher- und Rotlichtmilieu stammen. Sie sollen im Auftrag des ehemaligen „Paten von Köln“ Necati „Neco“ Arabaci handeln (siehe unten).

„Wir haben sehr viele Personalien festgestellt und haben ein Auge auf diese Gruppe“, sagt Marcel Fiebig von der Polizei Düsseldorf, die für Ermittlungen im Rockermilieu im Großraum zuständig ist.