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„Ein liebenswertes Schlitzohr“: Hier tragen die Unterbacher den jecken Bernie zu Grabe

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Sie haben ihn nach Hause geholt: Pfarrer Ernst segnet die Urne von Bernie Dresen.
Sie haben ihn nach Hause geholt: Pfarrer Ernst segnet die Urne von Bernie Dresen.
 Foto: Uwe Schaffmeister
Düsseldorf –  

Er war für Unterbach da. Und als er nicht mehr da war, war Unterbach für ihn da. Bernhard „Bernie“ Dresen, eines der letzten Unterbacher Originale. Sie haben mit ihm gelacht. Sie haben über ihn geflucht. Als er jetzt seine letzte Reise antreten musste, haben die Unterbacher dafür gesorgt, dass das vom richtigen Bahnhof passiert.

12 Uhr mittags, High Noon auf dem Friedhof in Unterbach. Rund 50 Menschen haben sich versammelt. um ihren Bernie zu Grabe zu tragen. Über 50 Jahre war er das Highlight im Karneval. Einem Verein hat er nie angehört.

Aber der berühmte Unterbacher Veedelszoch - der war ohne ihn undenkbar. Dresen war wohl der einzige Jeck in Deutschland, der über Jahrzehnte sein eigener Zoch- und Mottowagen war.

Bernhard „Bernie“ Dresen, eines der letzten Unterbacher Originale, wurde in Düsseldorf beigesetzt.
Bernhard „Bernie“ Dresen, eines der letzten Unterbacher Originale, wurde in Düsseldorf beigesetzt.

Freund Mike Abendroth, Wirt in Düsseldorfs kleinster Hausbrauerei, dem Vereinshaus Unterbach: „Der war immer allein unterwegs. Super verkleidet, immer einen Bollerwagen mit Bier und Mottospruch dabei. Wir waren stolz auf ihn.“

Abendroth war es auch, der dafür sorgte, das Dresen jetzt ein „anständiges Begräbnis“ bekam. Vor einem Monat war der Unterbacher im Alter von 70 Jahren in einem Wuppertaler Krankenhaus verstorben. „Ein liebenswertes Schlitzohr, das manchen mit seiner Unzuverlässigkeit verärgert, aber viele mit seiner Kreativität begeistert hat. Und einer, der nicht mit Geld umgehen konnte. Bernie war leider ständig klamm“, sagte Pfarrer Günter Ernst am Freitag bei der Beisetzung.

Und weil das so war, drohte Dresen auch ein anonymes Urnengrab in Wuppertal. Das wollten die Unterbacher aber nicht hinnehme. Unter dem Motto „Wir holen Bernie heim“, startete Abendroth eine Spendensammlung. Die katholische Kirche half mit. Bestatter Uli Papendell auch. Bernie bekam sein Grab in Unterbach.

„Und muss ich einst scheiden, ich werde auch im Himmel ein Unterbacher sein“, sangen die Trauergäste am Freitag (etwas holprig) am Grab. Kommentar Pfarrer Ernst: „Das hätte Bernie bestimmt besser hingekriegt.“

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