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Sabine ist verunsichert: Zeigt das viele Onanieren, dass auch er dunkle Seiten hat, wie meine Exmänner?

Zeigt das viele Onanieren, dass auch er dunkle Seiten hat, wie meine Exmänner?
Zeigt das viele Onanieren, dass auch er dunkle Seiten hat, wie meine Exmänner?
Foto: quinn.anya | flickr.com

Liebe Beatrice,
ich bin 42 und Verkäuferin. Die Männer, mit den ich was hatte, hatten alle dunkle Seiten. Meistens haben sie meine Gutmütigkeit und Leichtgläubigkeit für ihre Zwecke ausgenutzt. Ich habe eine Privatinsolvenz hinter mir, musste 6 Jahre vom Existenzminimum leben, weil ich eine Bürgschaft für meinen Ex-Freund unterschrieben habe, die ich nicht verstanden habe. Ich bin auch an Säufer und Schläger geraten. Und an Männer, die sexuelle Sachen mit mir machten, die ich gar nicht wollte. Da bin ich selbst schuld. Das weiß ich! Aber ich hab alles so lange mitgemacht, weil ich nur ein bisschen Liebe wollte. 
Da ich niemand mehr trauen kann, war ich lange allein. Jetzt hab ich mich mit dem Chef eingelassen. Er ist 53 und ist über 4 Jahre solo. Es ist eine Liebessache geworden. Sie geht schon 1/2 Jahr. Was ich gut finde, ist, dass er immer anständig ist zu uns Frauen. Er lässt nie den Chef raushängen, wenn mal ein Kind krank ist oder so. 
Wenn wir am Samstagabend den Laden schließen, schlafe ich bei ihm. Auch am Sonntag. Er liebt seinen Schrebergarten. Er raucht nicht. Er trinkt nicht. Wir wandern auch zusammen, mit dem Rucksack oder auch mit dem Fahrrad. Das find ich super. 
Er hat so viel Gefühl für mich und streichelt mich oft, einfach so, ohne dass er Sex will. Hab ich jetzt mal Glück? Er ist kein Traummann, etwas dicklich. Aber er macht es beim Sex so, dass es richtig schön für mich ist. Nicht nur mit seinem Glied. Auch mit der Hand und so. Dann wird es so schön, dass es mir kommt. Aber die Angst geht nicht weg. Wo ist bei ihm die dunkle Seite? Einmal war ich am Sonntag noch um 11 im Bett. Er hat geduscht. Da rief er ganz laut: „Sabine, komm ganz schnell!“ - Ich dachte, ihm ist was passiert, und stürzte ins Bad. Da hatte er sein Glied in der Hand und spritzte ab! Warum das? 
Manchmal weckt er mich auch am Sonntag. Ganz früh. Dann will er, dass ich ihm beim Runterholen zusehe! Ich habe ihn gefragt, ob er nicht genug Sex von mir bekommt. Aber er findet es geil, wenn er einer Frau zeigen kann, wie er spritzt. Ist das bedenklich? Er hat auch gesagt, dass er sich täglich einen runterholt. Sofort war die Angst da, dass er sexsüchtig/pervers sein könnte, dass er wieder so Sachen von mir verlangt, wenn wir zusammenziehen. Er hat zwar gesagt, dass er mich liebt und niemals etwas von mir verlangen würde, was ich nicht wollte, und ich ihm das auch immer sofort sagen soll! Aber die anderen Männer haben auch große Versprechungen gemacht, die sie dann nicht gehalten haben! Was meinen Sie dazu? Können Sie mir irgendeinen Rat geben?
Sabine (42)
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Liebe Sabine,
Sie schreiben über Ihre unschöne Vorgeschichte mit Männern: „ich hab alles so lange mitgemacht, weil ich nur ein bisschen Liebe wollte“.
Genau darin besteht der fatale Irrtum, der tief in Ihnen verankert ist und zu dem ganzen Leid beitrug: Sie glauben, dass Sie nur dann Liebe bekommen, wenn Sie praktisch alles mitmachen und mit sich machen lassen.
Vermutlich haben Sie genau das in Ihrer Kindheit immer und immer wieder erlebt! Und daher hat es sich bei Ihnen so tief eingeprägt, dass Sie es nie in Frage gestellt haben, sondern dieser Annahme sozusagen blind gefolgt sind. Aber diese Annahme ist eben ein Irrtum, und zwar ein fataler (also verhängnisvoll und schlimm)!
Wenn Sie sich mal die Realität anschauen, so werden Sie feststellen: Andere Menschen bekommen auch dann Liebe (also werden geliebt), wenn sie nicht alles mitmachen. Sie werden zum Teil sogar dann geliebt, wenn sie ganz wenig mitmachen, sondern ihr eigenes Ding durchziehen!
Aber das müssen Sie ja nicht mal. Sie sollen ja nicht egoistisch werden. Sondern Sie müssen endlich mal vernünftige Grenzen setzen. Das haben Sie in Ihrer Kindheit vermutlich nicht lernen dürfen, dass man Grenzen setzen darf. Also dass man z.B. sagen darf: Ich sehe das anders. Ich mag das nicht. Ich will das nicht. Ich hätte gern etwas anderes. Usw.
Jetzt müssen Sie das dringend lernen*, denn wenn Sie als Erwachsene in Ihren Beziehungen nie Grenzen setzen, sondern sich fast immer anpassen und unterwerfen, wird es immer wieder passieren, dass Ihre Partner Sie nicht ernst nehmen, sondern mit Ihnen machen, was ihnen in den Kram passt. Sie wirken dann auch nicht wie eine ebenbürtige Partnerin, sondern eher wie eine Untergebene und Abhängige.
Nun zu diesem neuen Mann. Ja, so wie´s aussieht, haben Sie endlich mal Glück! Sie haben einen erwischt, der Ihren „Gehorsam“ nicht ausnutzt, sondern liebevoll mit Ihnen umgeht. Behalten Sie ihn, lieben Sie ihn!
Suchen Sie bei ihm nicht gezielt nach einer „dunklen“ Seite, das führt zu nichts! Sondern alles, was Sie tun müssen, ist: Klar kommunizieren.
Er steht zum Beispiel drauf, „wenn er einer Frau zeigen kann, wie er spritzt“. Sie fragen „Ist das bedenklich?
Nein, aber das ist auch nicht die Frage. Die Frage ist: Stehen auch Sie drauf? Wenn nein, dann haben Sie jedes Recht der Welt, ihm das einfach zu sagen. Er bittet Sie ja sogar ausdrücklich drum. Lassen Sie sich nicht von Ihrer eigenen Angst einschüchtern, dass er dann seine Zuneigung verlieren könnte. Ich denke eher, dieser Mann wird Sie dann noch mehr schätzen.
Sagen Sie ihm zum Beispiel: „Schatz, ich weiß, dass du drauf stehst, mir zu zeigen, wie du dir einen runterholst. Aber ich hab dir eines bisher nicht gesagt, weil ich dich nicht vor den Kopf stoßen wollte: Mich macht es nicht so wirklich an. Meinst du, du kannst es ab jetzt wieder für dich allein machen? Wäre das schlimm für dich?“
Sie sollten ihm auch Ihre Ängste und Sorgen mitteilen - formulieren Sie es so, dass er es nicht als Kritik oder Verurteilung auffasst, dann können Sie das alles äußern. Sollten Sie auch. Denn dieser Mann hat sich offenbar in langen einsamen Jahren sexuell so sehr auf sein häufiges Onanieren verlegt, dass er auch jetzt noch ganz fixiert darauf ist, obwohl er eine Partnerin hat.
Jawohl, er hat eine Partnerin: Sie, Sabine. Ihr Brief klingt, als glauben Sie noch gar nicht dran, dass Sie beide eine Beziehung haben. Ich denke, das können Sie ruhig tun. Falls Sie da Zweifel haben, dann sprechen Sie auch darüber mit diesem netten Mann. Ich wette, er wird sehr nett reagieren und Ihnen Mut machen.

* Ich möchte Ihnen auch sehr ans Herz legen, ein paar Stunden bei einer guten Therapeutin zu nehmen, um zu lernen, wie Sie besser zu sich stehen können, besser Grenzen setzen und sich besser schützen können.
Alles Gute 
Beatrice Poschenrieder

Gleich geht s weiter: Bitte einfach kurz die Frage zum Spot beantworten.

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