Telefonieren rund um die Uhr. E-Mails und SMS versenden ohne Grenzen. Und Videos aus dem Internet gucken. Immer neue. Ohne Sendepause. So ist die schöne neue Flatrate-Welt für die Besitzer sogenannter Smart-phones.
Diese mobilen Alleskönner sind immer beliebter. Laut Branchenverband „Bitkom“ nutzen schon 17 Prozent aller Handybesitzer regelmäßig das Telefon fürs Surfen im Internet, das sind 10 Millionen Menschen.
Doch nun ist Schluss mit dem Handy als Internet-Schlaraffenland. Manfred Breul, Experte von Bitkom: „Schon heute sind im Mobilfunk Flatrates üblich, die bei überdurchschnittlicher Nutzung Geschwindigkeit drosseln. Hier wird es zukünftig noch stärkere Differenzierungen geben.“ Die wirtschaftliche Lage zwingt die Mobilfunkanbieter zum Handeln. Jörn Wolter vom Bonner Portal „Han-dytarife.de“: „Es wird schwierig, weil die Kunden Flatrate wollen. Aber das Angebot wird deutlich eingeschränkt.“
Ein Telekom-Sprecher sagt auch, warum: „Derzeit verursachen drei Prozent aller User 50 Prozent des Datenvolumens.“ Und immer neue Apps und Anwendungen verstopfen die Leitungen. Ein einziges „You-tube“-Video etwa entspricht der Datenmenge von 500 000 SMS. In den USA brechen deswegen schon regelmäßig Leitungen zusammen.
Breul: „Videos zu laden bindet Kapazitäten. Wenn wenige rund um die Uhr Filme aus dem Internet saugen, wird es eng für andere Nutzer. Eine abgestufte Drosselung der Geschwindigkeit je nach gewähltem Tarif ist da nur gerecht. Die Funkfrequenzen, über die die Handys versorgt werden, lassen sich ja nicht unbegrenzt vermehren.“ Wolter: „Laut einer Umfrage glauben 55 Prozent der Mobilfunk-Manager, dass die Netzbetreiber volumenabhängige Tarife einführen.“ Das hieße: Keine (reinen) Flatrates mehr.
Erste Anbieter stellten schon neue Tarife vor. Vodafone bietet Breitbandverbindungen an, die je nach Schnelligkeit zwischen 40 und 70 Euro monatlich kosten. Wer also künftig eine Rundum-sorglos-Flatrate will, zahlt drauf!
Überlastete Leitungen durch mobiles Surfen beschäftigen auch den Netzgiganten Google. Mit dem US-Handyriesen „Verizon“ schlägt Google vor, für schnellere Leitungen zu zahlen – während langsamere Leitungen kostenlos blieben. Das könnte die Flatrates retten. Internet-Experten wie der Düsseldorfer Thomas Knüwer warnen allerdings vor einer „drohenden Zwei-Klassen-Gesellschaft im Netz“.
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