Empfehlen | Drucken | Kontakt25.05.2010 - 12:43 Uhr

Schon neun Tote: Selbstmord-Serie in iPhone-Fabrik

Foto: ddp (Symbolfoto)
Peking –  

Hier werden iPhone und Playstation hergestellt - Weltmarken wie Apple, Dell, Hewlett-Packard, Nokia oder Sony lassen im Werk des Elektronik-Herstellers „Foxconn“ im südchinesischen Shenzhen produzieren. Und das offenbar unter katastrophalen Bedingungen.

Bisher nahmen sich bereits neun Mitarbeiter das Leben.

Der aktuellste Selbstmord ereignete sich am Dienstag: Ein Arbeiter stürzte sich vom Dach des Werkes, wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtet. Es war der neunte Todesfall und elfte Sturz dieser Art in dieser Fabrik in diesem Jahr. Zwei Mitarbeiter wurden bei versuchten Selbstmorden schwer verletzt.

Die Selbstmorde lösten eine heftige Diskussion über die Arbeitsbedingungen bei dem taiwanesischen Hersteller aus. Experten wiesen auch auf starken Arbeitsdruck und die Isolation vieler Wanderarbeiter hin.

In einem Abschiedsbrief schrieb der 19-Jährige laut Xinhua: „Ich habe keine Fähigkeiten. Ich bekomme, was ich verdiene.“ Es tue ihm leid, dass er nicht mehr länger für seinen Vater sorgen könne, schrieb er vor seinem Freitod.

Der Vorsitzende der Hon-Hai-Gruppe, zu der „Foxconn“ gehört, bestritt am Montagabend in Taipeh, dass schlechte Behandlung der Beschäftigten hinter den Selbstmorden stecken könnte. „Foxconn ist kein Ausbeuterbetrieb“, sagte Terry Kuo. Das Unternehmen versuche aktiv, Selbstmorden vorzubeugen. Details nannte er nicht. Kuo hob hervor, dass die breite Berichterstattung über die Fälle möglicherweise zur Nachahmung angeregt haben könnte.

Während das Unternehmen schlechte Arbeitsbedingungen bestreitet, klagen Beschäftigte über lange Arbeitszeiten, hohen Druck, niedrige Bezahlung, strenge Disziplin und schlechte Behandlung durch Vorgesetzte. Viele leben isoliert in Wohnheimen auf dem Werksgelände.

In der Fabrik arbeiten allein 300.000 Menschen. „Foxconn“ beschäftigt in China insgesamt 800.000 Mitarbeiter.

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