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Online-TV: RTL & ProSieben: Gericht stoppt Mega-Mediathek

Aus einer gemeinsamen Online-Mediathek von RTL und ProSiebenSat.1 wird wohl nichts.
Aus einer gemeinsamen Online-Mediathek von RTL und ProSiebenSat.1 wird wohl nichts.
 Foto: dpa
Düsseldorf –  

Eine riesige Online-Mediathek mit Videos der deutschen Privatsender: Das war das Ziel der Sendergruppen RTL und ProSiebenSat.1. Doch der Plan zur Gründung eines gemeinsamen TV-Portals steht vor dem Aus: Das Oberlandesgericht Düsseldorf bestätigte am Mittwoch das Verbot des Gemeinschaftsunternehmens durch das Bundeskartellamt.

Die Begründung: Durch die geplante Mega-Mediathek würde die marktbeherrschende Stellung der Sendergruppen weiter verstärkt. Auf dem rund vier Milliarden Euro schweren bundesdeutschen Fernseh-Werbemarkt verfügten beide Unternehmen zusammen über einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent.

Zur RTL-Gruppe gehören unter anderem die Sender VOX, n-tv und SuperRTL, zu ProSiebenSat.1 gehören Kabel eins und der Frauen-Sender Sixx. Auf ihrer gemeinsamen Plattform wollten die Sendergruppen zum Beispiel Serien, Filme, Shows und Nachrichtensendungen nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage lang anbieten - kostenlos und werbefinanziert.

Die Wettbewerbssender befürchten jedoch, dass sich durch eine gemeinsame Plattform auch die Stellung der Sendergruppen auf dem Internet-Markt für Video-Werbung ausweiten könnte.

Bislang ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, beide Sendergruppen hielten sich am Mittwoch ein Vorgehen dagegen offen. Gleichzeitig äußerten die Sender ihr Unverständnis: „Wir halten die geplante Plattform nach wie vor für wettbewerbsrechtlich unbedenklich“, erklärte die Mediengruppe RTL. Im Gegensatz dazu begrüßte das Bundeskartellamt das Urteil.

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