Bonn - Das gab‘s noch nie. Für zig Millionen Handynutzer ging ab 16 Uhr erstmal nichts mehr. Keine Anrufe, keine SMS, keine MMS.
Betroffen waren die Kunden des größten deutschen Mobilfunkbetreibers, dem Bonner Unternehmen T-Mobile“. Erst am Abend normalisierte sich der Zustand des Netzes schrittweise.
Stundenlang suchte T-Mobile nach der Ursache des Problems. „Wir können nicht sagen, woran es liegt“, hieß es von Sprechern des Konzerns zunächst immer wieder.
Dann wurden die Techniker endlich fündig. Grund für den Ausfall des D1-Netzes waren zwei von drei sogenannten Home-Location-Register-Servern (HLR). Auf diesen liegen die Kundendaten, die für die Zuordnung der T-Mobile-Telefonnummern zu den einzelnen SIM-Karten in den Handys zuständig sind.
„Diese Server sorgen dafür, dass die Kommunikation zwischen Funkmasten und Handys funktioniert“, sagte Telekom-Sprecher Markus Jodel zu EXPRESS.
Gegen 19 Uhr wurden die HLR-Server zurückgesetzt und wieder hoch gefahren. Bis alle T-Mobile-Handys wieder funktionierten, vergingen weitere Stunden.
Ob alle 39,1 Millionen Kunden betroffen waren, war am Dienstagabend noch unklar. In Frankfurt am Main und in Hamburg seien Berichten zufolge einzelne Gespräche möglich gewesen.
Das größte Funkloch aller Zeiten. Millionen Menschen blickten am Dienstag fragend auf ihr Handy. In Köln stürmten zahlreiche Kunden, die keinen Anschluss hatten, in die T-Mobile-Läden und wollten Antworten.
Die Leitstelle der Düsseldorfer Polizei am Dienstagabend: „Wir haben zwei Kollegen in Rufbereitschaft nicht über das Handy erreicht, bekamen sie dann aber über das Festnetz. Das ist ohnehin unsere Anweisung. Wer Bereitschaft hat, muss alternativ erreichbar sein.“
Die T-Mobile-Webseite brach unter der Last der Aufrufe zwischenzeitlich zusammen. Dort war erst lange Zeit nichts, später dann eine kurze Nachricht mit der Überschrift „Technische Störung - Netzausfall“ zu finden.
Nicht beeinträchtigt wurde die Regierungsarbeit in Berlin. „Die Kanzlerin ist jederzeit erreichbar“, sagte ein Regierungssprecher in Berlin.
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