Justin ist 13 Jahre alt und steht auf Chart-Musik. Doch Musik legal aus dem Internet laden – für einen 13-Jährigen sehr teuer. Als Justin bei einer illegalen Tauschbörse die „Top 100 Charts“ sah, konnte er nicht widerstehen.
Die Rechnungen bekommt jetzt seine Mutter. Fast jeden Tag findet Andrea K. neue Abmahnungen von Rechtsanwälten in ihrem Briefkasten. Die Summe beläuft sich mittlerweile auf 4200 Euro.
„Wie soll man schon bei einem Jugendlichen aufpassen, was er so alles im Internet treibt?“ Diese Frage stellt sich die 43-jährige alleinerziehende Mutter fast täglich. Bei den „Top 100 Charts“ sind eben 100 Musiker vertreten, deshalb melden sich nun ihre Anwälte bei Andrea.
Da sie Anschlussinhaberin ist, haftet sie für die Internetnutzung durch ihren Sohn. „Die Strafen schwanken. Mal soll ich für ein heruntergeladenes Lied 350 Euro zahlen, mal sind es 450 Euro“, erzählt Andrea. „Nach welchem System die Anwälte vorgehen, ist mir bis heute rätselhaft.“
Andrea K. steht nicht allein: „Alleine in den letzten drei Monaten habe ich 120 Jugendliche vertreten, die sich illegal die Musikdateien heruntergeladen haben“, sagt der Rechtsanwalt Philipp Obladen. „Diverse Anwaltskanzleien mahnen zurzeit im Auftrag der Musikindustrie wegen unberechtigter Downloads die Verbraucher ab. Die Zahl der Abmahnungen wird also in den nächsten Monaten noch einmal steigen.“
Bei einer Abmahnung wegen unberechtigtem Runterladen von Musikdateien, verlangen die Anwälte vom Verbraucher Schadensersatz , Erstattung der Anwaltskosten sowie die Abgabe einer strafrechtlichen Unterlassungserklärung. Die Betroffenen sollten die Fristen beachten, da ansonsten weitere Mahngebühren anfallen werden.
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