Facebook wird von Comic-Figuren erobert: Durch das soziale Netzwerk geisterte der Aufruf, alle Profilbilder durch Helden der Kindheit zu ersetzen. Jetzt wimmelt es von Micky-Mäusen, Biene Majas und Schlümpfen.
Eine witzige Aktion – aber sie kann juristische Folgen haben. Denn offiziell werden damit die Bildrechte verletzt.
Theoretisch könnten Film- und Vertriebsstudios die Nutzer verklagen, weil sie den rechtlichen Schutz der Bilder missachtet haben. Geldstrafen wären die Folge.
Internet-Rechtsexperte Johannes Öhlbröck bestätigt diese Sorge, die bereits über Facebook-Posts verbreitet wird, auf dem Portal „futurezone.at“: „Juristisch betrachtet ist die Verwendung dieser Bilder rechtswidrig“.
Dass jetzt tatsächlich eine Klagewelle losgetreten wird, sei jedoch unwahrscheinlich. Einerseits sei der Zeitraum begrenzt (erst sollte die Aktion nur bis zum 18.11. laufen, jetzt wurde sie bis zum 30. verlängert), die Unternehmen müssten deshalb sehr schnell reagieren.
Außerdem wäre der Aufwand enorm groß. Unverhältnismäßig für Personen, die geschützte Bilder lediglich privat verwenden und damit keine kommerziellen Ziele verfolgen.
Dass die Konzerne gegen Facebook-Nutzer klagen, ist deshalb jedoch nicht ausgeschlossen. Das Recht dazu hätten sie. Und jeder Nutzer müsse damit rechnen, dass er für seine „Aktivitäten im Web zur Verantwortung gezogen wird“, so Öhlbröck.
Im Fall der Facebook-Comicbilder könnten so hunderttausende Nutzer juristischen Ärger bekommen – mehr als 390.000 User haben bislang angegeben, an der Aktion teilzunehmen. Die reale Zahl ist vermutlich noch höher.
Für alle Freunde von Donald Duck und Co. gibt es einen legalen Weg: Auf der Facebook-Seite vom „Lustigen Taschenbuch“ gibt es viele Bilder der Disney-Figuren, die offiziell verwendet werden dürfen.
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