Im kommenden Herbst bricht der neue Personalausweis ins digitale Zeitalter auf. Doch birgt die neue Technik neben allerhand Komfort nicht auch Gefahren?
EXPRESS klärt vorab die wichtigsten Fragen:
Wie funktioniert der neue Personalausweis?
In Zukunft wird der „E-Perso“ (elektronischer Personalausweis) auf die Maße einer Scheckkarte schrumpfen, dabei aber mehr Angaben zur Person beherbergen. Ein Chip im Inneren der Karte macht es möglich, dass Maschinen die erforderlichen Daten auslesen können. Auch eine Anwendung im Internet wird erreicht.
Was verändert sich?
Behördengänge kann man in Zukunft am heimischen Rechner erledigen, indem sich der Nutzer mit seinem Ausweis und einer sechsstelligen PIN-Nummer bei einer sogenannten „eID-Anwendung“ authentifiziert. Eine Unterschrift braucht nicht mehr geleistet zu werden. Voraussetzung dafür ist ein elektronisches Zertifikat, das auf dem Ausweis gespeichert wird. Firmen und Online-Kaufhäuser können bei den Behörden einen Anschluss an dieses Verfahren beantragen, damit sie auf bestimmte Daten zugreifen dürfen. Das Post-Ident-Verfahren zur Feststellung der Volljährigkeit könnte somit der Vergangenheit angehören. Erste Unternehmen haben Interesse an dem neuen Identifizierungssystem bekundet.
Sind die Daten auch sicher?
Eine Anonymisierung soll weiterhin für die persönliche Datensicherheit sorgen. Allerdings könnte dafür ein zusätzliches Kartenlesegerät nötig sein, das mit dem PC verbunden wird. Die Regierung verspricht sich durch die elektronisch verwalteten Bürgerdaten ebenfalls eine höhere Akzeptanz des sogenannten „E-Government“-Systems, mit dem Behördenkontakte in Zukunft rund um die Uhr hergestellt werden können.
Ist der Fingerabdruck ein Muss auf dem neuen Ausweis?
Nein. Biometrische Merkmale wie der eigene Fingerabdruck können auf freiwilliger Basis gespeichert werden. Wie beim elektronischen Reisepass kann der neue Perso dann auch als Dokument für den Übertritt von Landesgrenzen genutzt werden. Mehr als 30 Unternehmen beteiligen sich an einem Anwendungstest des Gelsenkirchener Instituts für Internetsicherheit, damit der Start im November reibungslos verläuft. Professor Dr. Norbert Pohlmann vom Ins-titut sieht alle Einwände von Kritikern bei dem Feldversuch berücksichtigt. Für ihn ist das neue Dokument ein weiterer Beitrag zur Sicherheit im Internet. Aber er gibt zu: „Null Risiko gibt es freilich nirgendwo.“
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