Neuer Skandal aus dem Hause Facebook: Sicherheitschef Joe Sullivan plauderte jetzt aus, dass private Chats von dem Netzwerk überwacht werden – angeblich nur zum Schutz der Nutzer.
Der Facebook-Mann berichtete in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters von der neuen Technologie: Facebook kontrolliert automatisiert private Chats, durchleuchtet sie nach bestimmten Suchbegriffen. Sullivan wollte das als Maßnahme im Kampf gegen Pädophile verkaufen, als Technologie zum Schutz der Nutzer – doch er provozierte weltweiten Protest.
Dass Facebook private Nachrichten zwischen Nutzern austauscht, geht vielen der 900 Millionen Facebook-Mitgliedern zu weit. Doch wie immer sind sie machtlos gegen die Machenschaften des Mega-Netzwerks.
Abgleich von Schlüsselbegriffen
Und so funktioniert die neue Überwachung: Facebook durchsucht Chat-Protokolle auf bestimmte Schlüsselbegriffe, die auf mögliche kriminelle Absichten schließen lassen. Dazu gleicht das Netzwerk die Chats mit archivierten Unterhaltungen ab, auf die sexuelle Übergriffe gefolgt sind.
Immerhin eine gute Nachricht: Noch werden nicht alle Chats durchsucht. Facebook wählt gezielt Unterhaltungen zwischen Mitgliedern aus, die erst seit kurzer Zeit befreundet sind und keine gemeinsamen Freunde haben. Auch große Altersunterschiede und der Standort spielen eine Rolle.
Facebook-Sicherheitschef Sullivan zieht zur Rechtfertigung der Überwachung einen Fall aus Florida heran: Ein Mann hatte mit einer 13-Jährigen über Sex gechattet und ein Treffen mit ihr ausgemacht – in so einem Fall will Facebook nun die Ermittlungsbehörden einschalten.
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