Empfehlen | Drucken | Kontakt 02.11.2012 - 13:27 Uhr

Tierheim Dellbrück: Bitte lasst uns nicht im Stich

Kater Tom wurde mit seinem Bruder Finn in einem Hausflur gefunden. Beide sind ziemlich verspielt, anhänglich und verschmust. Sie wollen endlich zu einer netten Familie.
Kater Tom wurde mit seinem Bruder Finn in einem Hausflur gefunden. Beide sind ziemlich verspielt, anhänglich und verschmust. Sie wollen endlich zu einer netten Familie.

Ihre Augen sehen traurig aus. Hinter jedem Tier, das hier hinter Gittern lebt, steckt eine herzzerreißende Geschichte. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Tierheim Dellbrück geben ihr Bestes. Aber auch sie können ein gemütliches Zuhause für ihre kleinen Schützlinge nicht ersetzen.

Alleine in den Sommerferien sind bei uns 57 Hunde und 114 Katzen abgegeben worden. Dazu kommen noch viele andere Kleintiere. „Es ärgert mich nach über 30 Jahren Arbeit im Tierschutz immer noch maßlos, wie mit den Lebewesen umgegangen wird“, so Tierheim- Leiter Bernd Schinzel. Sein größtes Problem in diesem Sommer: „Es werden immer mehr Katzen gefunden. Da es kein Kastrationsgesetz gibt, vermehren sich die Katzen wie wild. Viele Halter interessiert das nicht. Deshalb fordern wir schon lange, dass die Katzen sofort kastriert werden.“

Das Tierheim in Dellbrück: Seit 1967 finden hier Tiere ein Zuhause. Finanziert wird der Verein durch Spenden.
Das Tierheim in Dellbrück: Seit 1967 finden hier Tiere ein Zuhause. Finanziert wird der Verein durch Spenden.

Schinzel fordert aber auch eine bessere Erziehung von Kindern in puncto Tierschutz. „Wir müssen die Kinder noch besser daran erinnern, was es heißt, ein Tier anzuschaffen. Deshalb lade ich alle Eltern gerne zu uns ein.“

Hätten sich die Halter besser über die Folgen informiert, wäre es Dackeldame Martha vielleicht nicht so schlimm ergangen. Sie wurde vor einem halben Jahr wegen eines Leistenbruchs einfach ausgesetzt. Oder die Katerbrüder Tom und Finn, die verwahrlost in einem Hausflur gefunden wurden.

Schinzel: „Es sind aber auch Kleintiere, die Probleme bereiten.“ Denn Frettchen und Co. können überall gekauft werden, doch das meist ungeschulte Personal verkauft auch schon mal ein Pärchen, das sich gerne vermehrt. „Und so kommen die Tiere dann haufenweise in Kartons zu uns.“ Seine ganze Hoffnung setzt der Tierheimleiter auch in die Tiervermittlung, damit die Menschen die Tiere nicht im Stich lassen. Alle Informationen unter Tel.: (0221) 68 49 26.

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