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Sponsoren-Suche bei DEG: Tripcke: Nur auf junge Wilde setzen reicht nicht!

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DEL-Boss Gernot Tripcke bietet seine Hilfe bei der Sponsoren-Suche an.
DEL-Boss Gernot Tripcke bietet seine Hilfe bei der Sponsoren-Suche an.
Foto: Klaus Michels EXPRESS Koeln
Köln –  

Die Fans sorgen sich um ihre Düsseldorfer EG. Die Stadt sorgt sich, weil der ISS Dome bald einen wichtigen Mieter verlieren könnte. Und auch die Deutsche Eishockey Liga (DEL) macht sich so ihre Gedanken. Im EXPRESS-Interview spricht DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke (45) über eine mögliche Rettung des so wichtigen Eishockey-Standorts.

Kann man die DEG noch beatmen?

Tripcke: Beatmen ist nicht das richtige Wort. Es ist ja kein Geheimnis, dass die nächste Saison finanziell nicht gesichert ist. Da ist noch eine erhebliche Lücke im Etat.

Würde ein Mini-Etat nicht reichen, um wenigstens weiter mitzuspielen?

Es bringt ja auch nichts, mit einer Nachwuchsmannschaft aufzulaufen. Man will als DEG sicher auch wettbewerbsfähig sein, sprich um den 10. Platz kämpfen – was dieses Jahr ja schon nicht ganz geglückt ist. Aber die DEG konnte sich konsolidieren und mitspielen. Das war schon mal wichtig. Nur wenn sie nach diesem Jahr weiter so weit hinten spielen werden, können sie dafür vermutlich keinen starken Partner begeistern.

Besteht denn Hoffnung auf Rettung?

Ja, wir stehen auch, wenn gewünscht, an ihrer Seite. Können vielleicht die ein oder andere Türe öffnen oder einen Kontakt und Flankenschutz zu Gesprächen geben. Aber letztlich ist es vom Klub selber zu lösen. Natürlich haben wir ein großes Interesse daran, dass die DEG überlebt. Wir können aber jetzt nicht der DEG das ganze Fernsehgeld geben, um sie zu retten. Es gelten die gleichen Spielregeln für alle.

Steht die DEG wieder auf? Colin Long (23) hat hier gegen Berlins Jens Baxmann Probleme.
Steht die DEG wieder auf? Colin Long (23) hat hier gegen Berlins Jens Baxmann Probleme.
Foto: Ovelgönne

Wie lauten die?

Alle Klubs müssen sich bis zum 15. Februar um eine Lizenz für die kommende Saison bewerben. Dafür müssen sie eine Sicherheit in Höhe von 100 000 Euro hinterlegen. Auch potenzielle Zweitligisten, die darauf spekulieren, dass es einer der 14 Klubs wirtschaftlich nicht schafft und sie nachrücken können. Wer den 15. Februar verpasst, ist sowieso nicht dabei. Der nächste Stichtag ist dann der 24. Mai.

Was muss da vorliegen?

Da steht die Abgabe der Lizenzunterlagen an, worauf die Lizenzprüfung folgt.

Wird das reichen für die DEG?

Das Potenzial ist da, aber vielleicht war man in den letzten Jahren verwöhnt und auch etwas betriebsblind. Jetzt muss man nach vorne gucken. Es wird sicherlich nicht reichen nur auf die „jungen Wilden“ zu setzen und auf das Motto „Wir machen es nur mit Stehplatz-Fans“. Das hört sich zwar toll an, aber damit kann man heutzutage nicht mal eine Oberligamannschaft finanzieren. Einen Vier-bis-Fünf-Millionen-Euro-Gesamt-Etat muss man schon haben. Dazu braucht man starke Partner aus der Wirtschaft.

Momentan sieht es aber düster aus?

Ja, der Klub hat ja nicht nur die Metro als Sponsor verloren. Wenn man sich das Trikot der letzten Saison mal anschaut: Da war Metro, da war Henkel, da war Air Berlin. Davon ist nichts geblieben.

Gibt es denn Sponsoren, die bereitstehen?

Es gibt da welche – sie haben noch nicht Nein gesagt, aber eben auch nicht Ja. Die muss man jetzt an einen Tisch bringen. Nicht mit Horror-Szenarien oder für Spenden-Aktionen, sondern langfristig. Man muss sie jetzt davon überzeugen, dass die Rettung der DEG und die Sicherung des traditionsreichen Eishockey-Standortes für die Stadt Düsseldorf und die ganze Region das gemeinsame Ziel sein muss. Die Großunternehmen müssen da mitziehen. Und wenn es dann fünf oder sechs machen, dann tut es dem Einzelnen nicht mehr so weh. Wenn mehrere Unternehmen an einem Strang ziehen, dann ist da was möglich.

Jetzt mal Tacheles: Glauben Sie an die Rettung?

Man muss mögliche Sponsoren JETZT an einen Tisch setzen, nicht in letzter Sekunde. Dann glaube ich, dass die DEG gerettet wird. Wenn sie allerdings kurz vor der Saison sagen, wir spielen jetzt mit lauter 18-Jährigen, dann wird ganz bestimmt keiner mehr aufstehen und sagen: Das finanziere ich jetzt.

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