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Empfehlen | Drucken | Kontakt08.02.2012 - 16:36 Uhr

Frost-Boden sorgt für Zoff: Klopp sauer: „Man spielt auch nicht Eishockey auf Rasen“

BVB-Trainer Klopp haderte nach dem Spiel mit den Platzverhältnissen.
BVB-Trainer Klopp haderte nach dem Spiel mit den Platzverhältnissen.
Foto: dapd
Kiel –  

Nach dem Spaziergang ins Halbfinale hatte es Jürgen Klopp eilig. Es war schon tief in der Nacht und der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund wartete nur noch auf den Trainer. Doch der machte kurz vor dem Ziel noch einmal halt, um sich Luft zu verschaffen.

Denn Klopp war sauer, man sah es seinem Gesicht an - und so schimpfte er über das teils vereiste Spielfeld in Kiel.

Der tiefgefrorene Platz machte es den Spielern schwer.
Der tiefgefrorene Platz machte es den Spielern schwer.
Foto: Getty

„Man spielt auch nicht Eishockey auf Rasen. Das Verletzungsrisiko war viel zu hoch. Im Fußball geht es darum, dass ein Feld zur Verfügung gestellt wird, auf dem vernünftig Fußball gespielt werden kann. Das war nicht der Fall“, moserte Klopp, nachdem seine Mannschaft beim bisherigen Pokalschreck Holstein Kiel leicht und locker mit 4:0 gewonnen hatte.

Auch Nationalspieler Mats Hummels klagte über den harten Boden: „Es war sehr schwierig. In der Bundesliga wäre das Spiel nicht angepfiffen worden.“

Zum Glück könne er nicht als schlechter Verlierer hingestellt werden, witzelte Klopp - schließlich steht der BVB nach Toren von Robert Lewandowski (11.), Shinji Kagawa (18.), Lucas Barrios (80.) und Ivan Perisic (87.) nach vier Jahren wieder in einem DFB-Pokal-Halbfinale.

Trotzdem war sein Ärger auch weit nach Spielschluss noch nicht verflogen.

Die Partie hätte nie stattfinden dürfen, weil der Untergrund schlicht „nicht bespielbar“ gewesen sei.

Doch weil Schiedsrichter Felix Zwayer dennoch angepfiffen hatte, attackierte Klopp hinterher den Deutschen Fußball-Bund (DFB).

„Ich kann mir keine Bodenverhältnisse vorstellen, bei denen das Spiel abgesagt worden wäre - aus dem einfachen Grund, weil das Fernsehen da war“, wetterte er, „das kann nicht sein. Da muss der DFB reagieren.“

Der Verband reagierte gelassen auf Klopps Äußerungen. „Wir haben durchaus Verständnis und alle das gemeinsame Interesse, die bestmöglichen Bedingungen zu schaffen“, teilte Mediendirektor Ralf Köttker mit, „wir nehmen deshalb jedes Argument sehr ernst und befassen uns auch mit der Frage, ob eine Anpassung der Durchführungsbestimmungen sinnvoll wäre.“

Seine scharfen Worte wollte Klopp ausdrücklich nicht als Kritik an den Kielern verstanden wissen. Der Viertligist habe vor der Partie alles versucht, um gute Bedingungen zu schaffen. Für 100.000 Euro wurde extra ein neuer Rollrasen verlegt, für weitere 150.000 Euro ein Klimazelt darüber gebaut, damit das Gras die eisigen Temperaturen einigermaßen übersteht. Doch wirklich geholfen hat es nicht.

Die Spieler liefen zwar mit Schuhen auf, die eigentlich bei Kunstrasen verwendet werden - doch selbst kleine Techniker wie Kagawa oder Jakub Blaszczykowski hatten Probleme mit der Standfestigkeit.

Es sei reiner Zufall gewesen, dass sich niemand verletzt hat, meinte Klopp weiter, der zuletzt schon die Ausfälle von Mario Götze und Sven Bender zu verkraften hatte.

Bei all dem Ärger über den Rasen geriet fast in Vergessenheit, dass der Bundesliga-Tabellenführer seinem ersten Double der Vereinsgeschichte wieder einen Schritt näher gekommen ist. „Ich war noch nie im Halbfinale“, sagte Klopp, „dass wir nach Berlin wollen, ist keine Frage.“

Doch nach offizieller Sprachregelung beschäftigen sich weder Klopp, noch seine Mannschaft mit Meisterschaft oder Pokalsieg. Der Trainer genießt einfach die starke Form seines Teams: „Mir reicht es, dass wir gut drauf sind - und die Tatsache, dass sicher keine der drei Mannschaften, die am Samstag im Lostopf sein werden, im Halbfinale gegen Borussia Dortmund spielen will.“ Anschließend zog sich Klopp seine Mütze tief ins Gesicht und eilte zum Bus.

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