Auch Papst Johannes Paul II. war schon zu Gast in Brühl. Die EXPRESS-Veedel-Serie berichtet u.a. von den prominenten Persönlichkeiten, die der Schlossstadt bereits einen Besuch abstatteten und den skurrilen Geschichten, die sich dabei ereigneten. Beim hohen Papst-Besuch ereignete sich zum Beispiel eine Panne beim Empfang.
Königin Elisabeth II. brachte ihre eigene königliche Toilette mit. Und auf der Tischkarte der Ehefrau des jugoslawischen Staatspräsidenten Josip Tito stand die Berufsbezeichnung "Hausfrau".
Michail Gorbatschow kam im Frühjahr 1989 als Hoffnungsträger nach Deutschland und besuchte auch Schloss Augustusburg. Anders als bei seinem Vorgänger Breschnew gab es auch keine alkoholbedingten Pannen, dafür aber viel Händeschütteln. So auch für eine Reihe von Studenten, die der Bundespräsident auf das Schloss eingeladen hatte.
Am 20. Mai 1965 kam Königin Elisabeth II. als Staatsgast nach Brühl. Und ließ einiges schon zuvor ins Schloss Augustusburg bringen.
Damit auch ja nichts schiefgeht bei der Visite als Gast von Bundespräsident Heinrich Lübke. Das königliche Tafelsilber wurde strengstens überwacht von London nach Brühl gebracht. Und auch das königliche Klo stammt aus dem Buckingham-Palast.
Ihre Hochzeit war gerade in Deutschland eines der royalen Highlights gewesen. Und so wurde auch der Staatsempfang für Belgiens König Baudouin und seine Frau Fabiola auf Schloss Brühl zu einem königlichen Ereignis.
Es war 1971 und Staatsempfänge hatten in diesen Jahren eher wenig Konjunktur. Doch bei dem König der Belgier machten die 68er eine Ausnahme.
Ein Koch wurde als Papst gefeiert:
Am 15. November 1980 besuchte Papst Johannes Paul II. Schloss Augustusburg. Auf Einladung von Bundespräsident Karl Carstens kam der Papst nach Brühl. Und wurde begeistert gefeiert. Wobei es im Vorfeld eine kleine Panne gab: Ein berufstechnisch ganz in weiß gekleideter Koch wurde auf dem Schloss von der Menge für den Papst gehalten und entsprechend umjubelt. Er ließ es geschehen und winkte freundlich zurück.
Der bescheidene Franzose:
Erwollte keinen großen Aufwand, keinen Pomp. Und genau das kam dem eher zurückhaltenden Bundespräsidenten Gustav Heinemann sehr entgegen. So wurde der Empfang für den französischen Staatspräsidenten Georges Pompidou am 3. Juli 1972 auf Schloss Augustusburg zu einem wenig spektakulären Ereignis.
Es war 1962, als Charles de Gaulle ausrief: „Es lebe die deutsch-französische Freundschaft.“ Damals ein Meilenstein in der deutschen Geschichte.
Dabei war der große General ein schwieriger Staatsgast, weil er sein Programm komplett selbst bestimmte. Aber: Das Brühler Schloss Augustusburg war natürlich dabei.
Der russische Wodka-Fürst
Leonid Breschnew: Er war berühmt für seine Vorliebe für Wodka, der er auch an dem Abend in der Augustusburg mit Walter Scheel nachging, jedoch bereits vor dem Hauptgang.
Dies hatte natürlich seine Folgen, er hielt aus Versehen seine Tischrede vor dem Gastgeber, obwohl er noch nicht an der Reihe war..
Eine Lokomotive für den kleinen Prinzen
Ein ganz besonderes Geschenk erhielt Königin Juliana bei ihrem Staatsbesuch 1971 für ihren Enkel Willem Alexander aus der Hand des Bundespräsidenten Gustav Heinemann. Eine holländische Lokomotive. Was der Prinz zu der Märklin-Bahn sagte, ist nicht überliefert.
Es gab getrüffelte Gänselebepastete, Hummerkraftbrühe und Kalbsrückensteak und zum Schluss ein Eisparfait mit Sherry-Brandy-Sauce als der damalige jugoslawische Staatspräsident Josip Tito das Schloss besuchte.
Und auf der Tischkarte seiner Frau Jovanka prangte wunschgemäß die Berufsbezeichnung „Hausfrau“. Ob sie das wohl verstanden hat ...
Papst Johannes Paul der Erste
Erst seit 1980 gibt es das Goldene Buch in der Schlossstadt. Die erste Eintragung blieb dann auch einem prominenten Gast in Brühl vorbehalten: Papst Johannes Paul II., der im November Deutschland besuchte.
Weltkulturerbe Augustusburg
Bereits im 12. Jahrhundert besaßen die Erzbischöfe von Köln in Brühl ein Gut mit Wildpark. EXPRESS erzählt die Geschichte der Brühler Schlösser Augustusburg und Falkenlust, die seit 1984 UNESCO-Welterbestätten sind.
Nächster Halt: Brühl
Sie ist der würdige Nachfolger des „Feurigen Elias“. Das war das Bimmelbähnchen, das früher durch Brühl fuhr. Und mit etwa der gleichen Verspätungsrate kann auch die Linie 18 aufwarten. EXPRESS fährt alle Stationen in Brühl ab.