Empfehlen | Drucken | Kontakt19.07.2010 - 21:11 Uhr

Traditions-Verein geht in Insolvenz: Wird Dienstag das Ende des BSC besiegelt?

Von JAN-H. STELLMACHER
1. Vizepräsident Bernd Lehmann (v.li.), Trainer Karsten Hutwelker, Sportlicher Leiter Mike Rietpietsch: Sie konnten die Insolvenz des BSC auch nicht abwenden.
1. Vizepräsident Bernd Lehmann (v.li.), Trainer Karsten Hutwelker, Sportlicher Leiter Mike Rietpietsch: Sie konnten die Insolvenz des BSC auch nicht abwenden.
Foto: Krol
Bonn –  

Bis zur letzten Minute hofften Verantwortliche und Fans auf die Rettung. Doch alles Bangen war vergeblich. Der BSC schaffte es nicht, fristgerecht die erforderlichen Mittel aufzubringen, um eine Insolvenz abzuwenden. Die Mitgliederversammlung könnte Dienstag gar die Auflösung beschließen.

Montag um 17 Uhr stand es fest: Die geforderten 150.000 Euro (100.000 Euro Forderungen von Gläubigern, 50.000 Euro kurzfristige Verbindlichkeiten) konnten nicht beschafft werden. „Deshalb werde ich dem Insolvenzgericht die Empfehlung aussprechen, ein Insolvenzverfahren zu eröffnen“, so der vom Bonner Amtsgericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Christian Frystatzki.

Die Folgen für die Löwen sind brutal: „Mit der Insolvenz ist eine Teilnahme an der NRW-Liga nächste Saison endgültig ausgeschlossen“, so Frystatzki. „Ich bin sehr skeptisch, dass es eine 1. Herrenmannschaft geben wird.“ Zwar wolle man den Amateurbereich, wie die Jugendabteilung und den Tischtennis-Bereich, möglichst erhalten, „aber auch das kostet Geld“, beschreibt der Jurist die Lage.

Selbst ein Ende des traditionsreichen Vereins wollte der Fachanwalt für Insolvenzrecht nicht ausschließen: „Die Mitglieder des Vereins könnten vor dem Hintergrund der finanziellen Situation auch ein Ende des Vereins beschließen.“ Dieses Szenario, verbunden mit der Gründung eines „Auffangvereins“, hält Frystatzki für „wahrscheinlich“.

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