Jetzt ist es amtlich: Am Mittwoch um 10.35 Uhr eröffnete Richterin Clea Ketels das Insolvenzverfahren gegen den Bonner SC. Neuer Chef im Löwen-Gehege ist ab sofort Insolvenzverwalter Dr. Christian Frystatzki.
Zunächst wird sich Frystatzki mit der Abwicklung der Profiabteilung (Auflösung von Spielerverträgen, Zahlung ausstehender Gehältern) beschäftigen. „Mein Ziel ist aber, den Sportbetrieb im Amateurbereich aufrechtzuerhalten“, so der Jurist.
Wenn nichts Überraschendes geschieht, endet dann das Kapitel BSC in etwa einem Jahr. „In der Regelinsolvenz steht am Ende des Prozesses die Löschung des Rechtsträgers.“ Der BSC wird aus dem Vereinsverzeichnis gestrichen – das Ende des Clubs.
Den Löwen bleibt noch eine Minichance: „In meinen Augen ist der Insolvenzverwalter verpflichtet zu versuchen, den BSC im Verfahren gesunden zu lassen“, sagte John Viol nach der Mitgliederversammlung.
Frystatzki bestätigt: „Es ist möglich, das Verfahren abweichend zu gestalten.“ Sollte Viol freiwillig eine „Summe X zahlen“, würde Frystatzki versuchen, mit den Gläubigern zu reden.
Denn John Viol hat zwar eine Ausfallgarantie unterzeichnet, die den Verbindlichkeiten des Vereins (insgesamt rund 550.000 Euro) entspricht. Doch die Chancen, das Geld in der Schweiz (Wohnsitz Viol) oder Liechtenstein (Firmensitz von Viols Firma Multistone) einzuklagen, sieht der Anwalt eher als gering an.
Sollten die Gläubiger dann zustimmen, könnte der BSC das Verfahren überleben und wäre sogar noch die Belastung durch Viols Darlehen (7,3 Millionen Euro ) los.
„Papa“ Jürgen Kohler hat mit BSC-Jungs Großes vor
Der Mann brennt für seine Jungs. Weltmeister Jürgen Kohler (46), der Donnerstag zum ersten Mal das Training der A-Jugend des Bonner SC leitete, nennt seine Spieler „Piraten“.
Weltmeister Kohler wird Trainer beim Bonner SC
„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Jürgen Kohler, der mit unserer U 19 die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des BSC fortsetzen soll“, sagte Vorstandsmitglied Udo Bielke.
BSC: Kein Stich gegen FC Spich
Nach dem 1:0-Sieg gegen Deutz wollte das Team von Trainer Tomek Kaczmarek auch gegen den FC Spich von Beginn an Auftrumpfen. Doch das gelang nur phasenweise.