Empfehlen | Drucken | Kontakt21.07.2010 - 12:16 Uhr

Insolvenz steht bevor: Der BSC-Traum ist geplatzt

Von JAN-H. STELLMACHER
Eklat: Bei der Frage nach der Entstehung der Schulden kamen sich Bernd Lehmann und John Viol in die Haare.
Eklat: Bei der Frage nach der Entstehung der Schulden kamen sich Bernd Lehmann und John Viol in die Haare.
Foto: Ja H. Stellmacher
Bonn –  

Turbulente Mitgliederversammlung im Sportpark Nord: Nach Dienstagabend ist klar, dass der BSC nach 45 Jahren am Ende ist.

John Viol ließ sich extra zur außerordentlichen Mitgliederversammlung einfliegen, doch diesmal konnte auch der langjährige Mäzen den Verein nicht mehr retten. Der BSC ist so gut wie tot.

Wütend und enttäuscht: John Viol.
Wütend und enttäuscht: John Viol.
Foto: Stellmacher

Der Abend begann mit einem Kassensturz. 548.000 Euro Schulden hatte der BSC am 31.12.2009, dazu kommen noch die Darlehen, die John Viol dem Verein gab (rund 7,3 Millionen Euro), so BSC-Vize Bernd Lehmann.

Um das Insolvenzverfahren abzuwehren, hätte der Verein rund 100.000 Euro quasi sofort und weitere 200.000 Euro in den nächsten Wochen aufbringen müssen. Das gelang auch am Dienstag nicht.

Auch die Fans waren aufgebracht.
Auch die Fans waren aufgebracht.
Foto: Stellmacher

„Das nun folgende Insolvenzverfahren wird meiner Ansicht nach zum unmittelbaren Ende des Traditionsclubs BSC führen“, sagte Lehmann.

Der Verein habe sich auf Zusagen potenzieller Sponsoren verlassen, die so nicht eintrafen, „Vielleicht haben wir hier zu viel Glauben und Vertrauen gehabt“, Lehmann selbstkritisch.

Löwen-Mäzen John Viol zeigte sich tief enttäuscht von der Bonner Wirtschaft und Anfeindungen durch die Fans: „Ich habe in den letzten 15 Jahren rund 10 Millionen Euro in den Verein gesteckt, und in einer der reichsten Städte Deutschlands findet sich niemand, der auch nur eine Bürgschaft über 300.000 Euro hier übernimmt.“ Sollte sich wider Erwarten doch noch ein Sponsor finden, wäre er nach wie vor bereit, zu helfen.

Wie dünn die Nerven aller Beteiligten waren, zeigte sich, als sich Lehmann und Viol über das Entstehen der Schulden in die Haare gerieten.

Trotz Insolvenz sollen Jugend- und Tischtennisabteilung zumindest noch eine Saison weitermachen. Danach bestünde die Möglichkeit, einen Auffang- oder Nachfolgeverein zu gründen.

Was mit den etwa 20 Angestellten des Vereins geschehen wird, ist unklar. Der frisch verpflichtete Trainer Karsten Hutwelker und die Spieler müssen sich einen neuen Verein suchen.

„Es war ein Traum von mir, den BSC in die Bundesliga zu führen, tragisch, dass es so endet“, bekannte John Viol mit einer Träne im Auge.

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„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Jürgen Kohler, der mit unserer U 19 die erfolgreiche Nachwuchsarbeit des BSC fortsetzen soll“, sagte Vorstandsmitglied Udo Bielke.

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