Empfehlen | Drucken | Kontakt02.02.2012 - 10:45 Uhr

Bonns jeckster Chinese: „Küssen macht Spaß“

Von JESSICA BACKHAUS und TANJA HEUSER
Für den EXPRESS hat uns der jecke Chinese „Alaaf“ in seiner Sprache aufgeschrieben.
Für den EXPRESS hat uns der jecke Chinese „Alaaf“ in seiner Sprache aufgeschrieben.
Foto: Erhard Paul
Bonn –  

Es kann eben nicht jeder von Geburt an jeck sein. Umso schöner, wenn der Bazillus karnevalitis beim Bützen übertragen wird.

„Das Küschen (Küssen) macht Spaß“, verrät der wohl jeckste Chinese des Rheinlands, Gastronom Jin Jian Shu seine Vorliebe im Karneval. „In China gibt es das nicht, dass Frauen zu einem Mann kommen und küschen möchten.“

Jeckes Treffen: Jin Jian Shu lädt regelmäßig in seine Restaurants zum Tollitätentreffen ein.
Jeckes Treffen: Jin Jian Shu lädt regelmäßig in seine Restaurants zum Tollitätentreffen ein.
Foto: Randolf Bunge

Vor 14 Jahren eröffnete Shu sein erstes Lokal in Bornheim, mittlerweile ist sein „Kaiser Garden“ in Hersel kaum noch vom Stammquartier eines närrischen Corps zu unterscheiden. Von der Decke, an sämtlichen Wänden – überall Luftschlangen, bunte Clowns, Ballons und Karnevalsorden.

Zum Karneval kam Shu durch den Ehrenvorsitzenden der Großen Dransdorfer Karnevalsgesellschaft, Werner Knauf, der mit anderen Karnevalisten regelmäßig zum Essen kam.

Und heute gibt der „jecke Chines’“ wie man Shu im Vorgebirge kennt, selbst „Nachhilfe“ im Jeck-Sein: „Karneval ist wichtig für die Integration. Deshalb veranstalte ich Feste für andere Chinesen, besonders Kinder, damit sie diesen Brauch kennenlernen und sich neue Freundschaften entwickeln.“

Bei seinen eigenen Kindern hat die „Integration durch Frohsinn“ astrein funktioniert: Sohn Jin Hao war 2007 Kinderprinz der GDKG, Töchterchen Jin-Li 2008 Kinderprinzessin in Bornheim-Waldorf.

Aber selber einmal Prinz Karneval werden, das ist nichts für Jin Jian Shu: „Ich kann nicht so gut reden, das sollen meine Kinder machen.“

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