Empfehlen | Drucken | Kontakt23.07.2010 - 18:31 Uhr

Mädchen hatte Wasserphobie: Zum Baden gezwungen - tote Anna († 9) ist ertrunken

Von IRIS KLINGELHÖFER und ERHARD PAUL
In diesem Haus lebte die kleine Anna († 9) bei ihren Pflegeeltern.
In diesem Haus lebte die kleine Anna († 9) bei ihren Pflegeeltern.
Foto: dpa
Bad Honnef –  

Der Tod von Pflegekind Anna (9) schockt die Region. Das blonde Mädchen ertrank zu Hause in der Badewanne. Als der Notarzt die Neunjährige versuchte zu reanimieren, stockte ihm der Atem - der kleine Körper war mit Hämatomen übersät!

Noch auf dem Weg ins Kinderkrankenhaus alarmierten die Rettungskräfte deshalb die Polizei. Annas Pflegeeltern (beide 51) wurden kurz darauf in der Klinik festgenommen.

Udo und Margit B. (Namen geändert) hatten Donnerstag gegen 20.50 Uhr selbst den Notarzt alarmiert. Das Paar behauptete, die Neunjährige hätte beim Baden einen Unfall gehabt, als die Mutter kurz den Raum verlassen hätte. Als die Retter eintrafen, lag das Kind noch in der Badewanne.

Doch Anna hatte eine Wasserphobie! Vermutlich wäre sie nie freiwillig in der Badewanne geblieben...

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Noch am Unglücksabend erklärte Margit B. die vielen blauen Flecken damit, dass ihre Pflegetochter am Tag zuvor vom Balkon der Parterrewohung gesprungen sei – weil sie nicht baden wollte! Vor wenigen Monaten alarmierten Nachbarn die Polizei, weil Anna panisch schrie. Auch da sollte sie in die Wanne.

Das Mädchen neigte laut Ärzten dazu, sich selbst zu verletzten. Einige Hämatome hatte es sich selbst zugefügt – aber alle? Offenbar nicht.

„Es verdichtet sich der Verdacht, dass Fremdverschulden vorliegt“, so der Bonner Oberstaatsanwalt Robin Faßbender. Es geht um den Verdacht der fahrlässigen Tötung.
Anna, die von Nachbarn als reizend beschrieben wird, kam vor zwei Jahren in ihre Pflegefamilie in Bad Honnef.

Das Jugendamt Königswinter hatte das Mädchen in der Familie, die noch einen eigenen Sohn (15) hat, untergebracht. Die Stadt führt jetzt eine interne Untersuchung des Falls durch.

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