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Zu laut!: Stadt sprengt Promenadenfest

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Käpt’n Reiner Burgunder ärgert sich über die Vorgehensweise der Stadt.
Käpt’n Reiner Burgunder ärgert sich über die Vorgehensweise der Stadt.
Foto: privat
Bonn –  

Erst Regen, dann Zoff! Das schlechte Wetter machte dem Schiffer-Verein Beuel einen Strich durch die Rechnung. Weniger Leute als sonst besuchten das Promenadenfest in Beuel. Und als endlich Stimmung aufkam, sprengte der Ordnungsdienst die Feier abrupt.

Samstagabend, 21 Uhr, Beueler Rheinufer: Endlich lässt der Regen nach, die Stimmung wird besser. Die Band „The Moonlights“ spielt Oldies und Party-Lieder.

22 Uhr, eigentlich ist jetzt Nachtruhe. Aber: „Es hat den ganzen Tag geregnet, es war wenig los, da waren wir froh, dass endlich Stimmung da war. Und wenn ich ehrlich bin, habe ich auch die Uhr etwas aus den Augen verloren“, erklärt der Kapitän des Vereins, Reiner Burgunder (63).

Bürgermeister Helmut Joisten (62, CDU) ist verärgert.
Bürgermeister Helmut Joisten (62, CDU) ist verärgert.
Foto: Poträt

22.25 Uhr: Plötzlich stehen zwei Mitarbeiter des städtischen Ordnungsdienstes auf dem Platz. „Wir hatten gerade »Time of my life« beendet und wollten noch ein letztes Lied spielen“, sagt Sänger Franz Gamroth (55). Doch das durften sie nicht: „Wir mussten sofort aufhören, konnten uns nicht einmal verabschieden.“

Kapitän Burgunder ist fassungslos: „Die Stadt-Mitarbeiter erzählten, dass sie seit 22 Uhr Geräuschmessungen genommen hätten, aber vorgewarnt haben sie nicht, stattdessen war sofort Ende. Wo war denn das Ordnungsamt, als die Tinker in Beuel waren?“

Die hätten ein Schlachtfeld hinterlassen, für das der Steuerzahler aufkommen müsse. Der Schiffer-Verein hingegen habe rund 250 Euro an Abgaben (Abfall-, Lärm-, Schankgebühren) gezahlt.

Auch viele Besucher sind empört über die Stadt. So auch Bürgermeister Helmut Joisten (CDU): „Da wird mit zweierlei Maß gemessen, das kann nicht sein. Bei den Tinkern will man deeskalierend wirken und sieht zu, und bei einem 151-jährigem Bonner Traditionsverein schreitet man ein.“

Auch SPD-Mann Erwin Ruckes poltert: „Man muss nur gnadenlos dreist und unverschämt sein und vor allen Dingen im Rudel auftreten (gemeint sind die Tinker, Anm. d. Red.), um Obrigkeitsorgane aus der Fassung zu bringen oder in Untätigkeit zu versetzen.“

Die Stadt hingegen erklärt, dass der Schiffer-Verein nur einen Beschallungszeitraum von 16 bis 22 Uhr beantragt habe. Zudem hätten sich zwei Anwohner beschwert. „Eine Messung um 22.20 Uhr ergab einen Schallpegel von zirka 60 Dezibel. Da die Beschallung nur bis 22 Uhr genehmigt wurde, wurde Kontakt mit dem Veranstalter aufgenommen und die Beschallung eingestellt.“

Ab 22 Uhr Nachtruhe

Nach § 9 des Landesimmissionsschutzgesetzes NRW sind in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr alle Betätigungen verboten, die die Nachtruhe stören können.

Nach § 10 dürfen Musikinstrumente und Tonwiedergabegeräte nur in einer Lautstärke benutzt werden, durch die Unbeteiligte nicht erheblich belästigt werden. Ob eine erhebliche Belästigung vorliegt, hängt von den Umständen des Einzelfalles ab.

Veranstalter können bei der Stadt Beschallungszeiträume beantragen. Doch auch dann müssen bestimmte Lautstärke-Werte eingehalten werden.

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