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Wohin mit ihnen?: Kein frohes Fest: Zirkus Liberty ohne Hoffnung

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Wissen nicht, wo sie hin sollen: Zirkus-Chef Günther Weiß mit seiner Frau Marina (2. v. r.) und den Kindern Lorena (26), Francesco (29) und Chantal (11) .
Wissen nicht, wo sie hin sollen: Zirkus-Chef Günther Weiß mit seiner Frau Marina (2. v. r.) und den Kindern Lorena (26), Francesco (29) und Chantal (11) .
 Foto: Thomas Banneyer
Bonn –  

Es ist saukalt und die Zirkusfamilie von Günther Weiß und seine Tiere sitzen immer noch ohne Strom auf dem Landfahrerplatz in Beuel. Seit Wochen hat sich an ihrer Situation nichts geändert: Der Zirkus Liberty soll vom Platz verschwinden – und sie wissen nicht, wo sie hin sollen!

EXPRESS schaute am Freitag beim Zirkus vorbei, um zu sehen, wie es der Familie geht.

Zirkus-Chef Günther Weiß (52) weiß nicht weiter: Sie haben uns einfach Strom und Wasser abgestellt, um uns loszuwerden. Wir brauchen aber einen Platz bis Ende Februar“, erzählt er verzweifelt. „Wir haben es überall versucht, auch bei Privatleuten. Doch es hat sich einfach kein anderes Winterquartier ergeben.“

Die Familie mit ihren drei Kamelen.
Die Familie mit ihren drei Kamelen.
 Foto: Thomas Banneyer

Günther Weiß kann die Situation nicht verstehen. „Die letzten Jahre waren doch immer Zirkusse hier, warum soll es jetzt auf einmal nicht mehr gehen?“

Ehefrau Marina (51) ist fassungslos: „So was haben wir noch nie erlebt. Ich habe noch nie so lange ohne Strom und Wasser leben müssen.“Das Gespräch mit der Stadt habe er gesucht, erzählt Günther Weiß. „Die Hoffnung auf eine Einigung haben wir aufgegeben.“

Denn die Stadt bleibt hart. Elke Palm vom Presseamt: „Die Besetzung des Platzes ist widerrechtlich. An der Position der Stadt hat sich nichts geändert.“

Der Zirkus Liberty fristet auf dem Platz ein tristes Dasein.
Der Zirkus Liberty fristet auf dem Platz ein tristes Dasein.
 Foto: Thomas Banneyer

Doch es gibt auch gute Nachrichten. Das Schicksal der Familie hat viele Menschen bewegt: Eine Frau aus Pützchen hatte Mitleid mit der Zirkusfamilie und hat auf das Gelände ein Standrohr verlegen lassen. Wasser ist daher zum Glück wieder vorhanden. Es gab auch schon Futterspenden für die Tiere.

„Die Spenden helfen uns sehr, wir sind jedem dankbar, der uns hilft.“ Gleichzeitig warnt er, dass Betrüger von Haus zu Haus ziehen um im Namen des Zirkus Geldspenden abzukassieren. „Wer uns helfen möchte, kommt am besten direkt zu uns. Wir werden uns bestimmt in Form einer Sondervorstellung revanchieren.“

Es droht ein trostloses Weihnachtsfest für die Familie und die Tiere zu werden…

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