Früher stellte die Beueler Reinigungsfirma W.H. Thiebes auch ab und zu die Wäscher- Prinzessin. Aber das ist lange, lange her. Heute hat der Betrieb mit einer herkömmlichen Wäscherei soviel zu tun wie ein VW-Käfer mit Sebastian Vettels Rennauto.
Sind die Maschinen auch hochmodern und computergesteuert, so ist das Image des Berufs nach wie vor altbacken. Und das kreidet Chefin Ina Thiebes ihrer eigenen Innung ordentlich an: „Das Berufsbild hat sich völlig verändert. Die Mitarbeiter sind längst keine Wäscher mehr, sondern viel eher Reinigungstechniker.“
Ina Thiebes bekommt den Image-Schaden deutlich zu spüren: „Wir würden gerne zwei Auszubildende einstellen, aber in den letzten Jahren hat sich kaum einer gemeldet.“ Dabei beweist ein Rundgang durch den Betrieb: Die Wäsche - vor allem von Großfirmen, Hotels oder Pflegeheimen - wird mit modernsten Maschinen gereinigt, getrocknet, gebügelt und von einem „Falt-Computer“ auf den Millimeter genau zusammengelegt.
Betriebsleiter Werner Müller: „Ein Auszubildender macht in den drei Lehrjahren alle Stationen durch und hat betriebsintern beachtliche Aufstiegsmöglichkeiten. Mit einem Zusatzstudium zum Textilingenieur kann man auch ins Management aufsteigen.“ Am Ende des Rundgangs sieht man eine Mitarbeiterin mit einem echten Bügeleisen! Das wirkt fast wie ein Relikt aus vergangener Zeit.
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