Empfehlen | Drucken | Kontakt03.02.2010 - 07:45 Uhr

Skandal-Bau: Wird das WCCB erst Mitte 2011 eröffnet?

Von JESSICA BACKHAUS
Baustelle WCCB: Noch tut sich nichts.
Baustelle WCCB: Noch tut sich nichts.
Foto: Volker Lannert
Bonn –  

Das wird heftig: Um das World Conference Center Bonn (WCCB) ans Laufen zu kriegen, muss die klamme Stadt finanziell mächtig ran. Grüne und CDU gehen davon aus, dass allein für die Fertigstellung von Kongresssaal und Hotel noch 60 bis 70 Millionen Euro fehlen! Dazu kommt noch der Schaden des Bau-Desasters.

Bereits jetzt geht dieser Schaden sicher in den dreistelligen Millionenbereich“, glaubt Grünen-Fraktionssprecher Peter Finger. Mit Klaus Peter Gilles (CDU) stellte er einen Antrag für die Sitzung des Planungsausschusses am 10. Februar vor. „Zunächst einmal müssen wir den Betrieb der Bestandsbauten (Plenarsaal, Wasserwerk, Beethovenhalle, die Red.), losgelöst von Fertigstellung und Betrieb der Neubauten betrachten“, so Gilles.

Denn wann Kongresssaal und Hotel mal fertig sein könnten, steht in den Sternen. „Der optimistisch früheste Zeitpunkt für eine Eröffnung ist Sommer 2011“, so die Einschätzung von Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Tom Schmidt. Die noch ausstehenden Baumaßnahmen müssen europaweit ausgeschrieben werden - und das dauert...

Aber auch das funktioniert nur, wenn bald „verantwortliche Entscheidungen“ gefällt werden. Das ist laut Grünen und CDU nur dann möglich, wenn die Verwaltung zügig einige wichtige Fragen klärt. Finger: „Wir müssen wissen, welche Möglichkeiten uns für den Weiterbetrieb der Bestandsbauten und für die Vollendung der Neubauten bleiben. Dafür müssen wir genau wissen, welche Chancen und Risiken das WCCB konkret birgt.“

Vorerst sollen dann Teile der WCCB Management GmbH – nämlich Personal und Betriebsausrüstung wie Computer – von der Stadt übernommen bzw. gekauft werden.

Der Weiterbetrieb des WCCB kostet laut Insolvenzverwalter Christopher Seagon rund 330.000 Euro pro Monat. Geld, das die Stadt (eigentlich) nicht hat. „Wir werden auch aufgrund der Haushaltslage keine Entscheidungen mehr treffen, ohne dass wir alles genau verstanden haben“, betont Tom Schmidt. Dafür fordert die Koalition von der Verwaltung einen Businessplan und eine Aufschlüsselung, wie viel Personal wofür gebraucht wird.

Am 18. Februar soll im Rat die Entscheidung zum Thema WCCB fallen. Peter Finger: „Wenn wir gut vorbereitet mit allen Zahlen von der Verwaltung in die Sitzung gehen, kriegen wir das zügig durch.“ Dann wäre die Stadt quasi die „Chefin“ im WCCB, könnte das Konferenzzentrum betreiben.

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