Das hatte was von einem Action-Film: Die Stadt Euskirchen hat ihre Gleichstellungsbeauftragte Sonja Waszerka aus ihrem Büro schmeißen lassen. Dafür musste die Feuerwehr die Tür aufbrechen, die Polizei nahm ihr dann Dienstschlüssel ab.
Es ist ein höchst ungewöhnlicher Fall, der sich in Euskirchen abgespielt hat. Der Erste Beigeordnete Thomas Huyeng ging in Begleitung von zwei Mitarbeitern in das Alte Rathaus, um der Gleichstellungsbeauftragten Sonja Waszerka die fristlose Kündigung auszuhändigen. Die Bürotür war aber verschlossen, Waszerka soll auch auf Klopfen und Rufen nicht reagiert haben. Doch aufgrund der Zeiterfassung war klar: Sie war im Dienst.
Da entschloss sich Huyeng, nach Rücksprache mit dem Bürgermeister Uwe Friedl und dem Personalrat, die Feuerwehr um Hilfe zu rufen. Die öffnete die Tür. „Hallo! Was ist denn hier los?“, soll Waszerka gesagt haben. Das schreibt der Bürgermeister in einem Brief an die Fraktionsvorsitzenden in Euskirchen. Nur widerwillig verließ Waszerka das Büro. Die Polizei musste ihr dann mit Zwang die Dienstschlüssel abnehmen.
Immer wieder hatten sich Ratsmitglieder unzufrieden mit der Arbeit von Waszerka gezeigt. Wieso aber letztlich nach 14 Jahren im Dienst die fristlose Kündigung ausgesprochen wurde, ist derzeit unklar. Es soll um „dienstliche Verfehlungen“ gehen. Bürgermeister Friedl wollte sich zu Einzelheiten nicht äußern. Vor allem deshalb, weil der Fall jetzt das Arbeitsgericht Bonn beschäftigt. Waszerka wehrt sich juristisch gegen ihren Rauswurf. Am Freitag wollten sich weder Waszerka noch ihre Bonner Anwältin Hannelore Stahmann zum Fall äußern.
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