Bonn - Als politisches Traumschloss gestartet, droht sich das World Conference Center Bonn (WCCB) zum Albtraum für Verwaltung und Kommunalpolitik zu entwickeln: Erst explodierten die Kosten, dann sprang SMI Hyudai als Investor ab. Nun wartet die Stadt seit Ende Juni auf einen 30-Millionen-Scheck aus Honulu. Doch der bleibt aus.
Dabei hatte alles so schön angefangen: Beim ersten Spatenstich im November 2006 feierte OB Bärbel Dieckmann den damaligen Investor SMI Hyundai noch „als Glücksfall für Bonn“. Laut Plan sollte bis 2010 im ehemaligen Regierungsviertel ein Kongresszentrum von Weltrang errichtet werden. Projektkosten damals: 140 Millionen Euro. Es zeigte sich, dass die Kostenberechnungen zu optimistisch waren. Der Preis für das WCCB explodierte innerhalb zweier Jahre um 60 auf 200 Millionen Euro.
Im Februar 2009 schmiss SMI Hyundai überraschend hin, stieß seine Anteile an der UNCC, die den Bau des Kongresszentrums betreibt, ab. Die Stadt musste schnell einen neuen Investor finden, damit nicht ein Großteil der Kosten an ihr hängenblieb.
Da war man froh, kurz darauf mit der Honua Investment Management einen neuen Partner zu haben. Das auf Hawaii ansässige Unternehmen (hier existiert laut WDR-Recherche allerdings nur ein leeres Büro). Dabei handelt die Honua nicht mit eigenem Kapital, sondern dient als „Vermittler“ für drei südkoreanische Versicherungskonzerne.
Zunächst lief alles gut, Honua überwies erste 20 Millionen Euro. Erklärte sich bereit, bis zum 10. Juli weitere 30 Millionen zu überweisen.
Dass das Geld bisher ausgeblieben ist, scheint bei der Stadt niemanden zu beunruhigen. Sprecher Friedel Frechen: „Wir haben von den Kapitalgebern am Montag eine schriftliche Zusage über diese Kapitalaufstockung erhalten.“ Und warum ist das Geld dann noch nicht da? Nach EXPRESS-Infos geht es dabei um den juristischen Streit zwischen Honua und einer weiteren Firma, der Arazim Investment, um Anteile an der UNCC.
„Wir arbeiten gerade an einer juristischen Lösung, die Ansprüche gegen den Kapitalgeber verhindert“, so Frechen weiter. Sicher ist: die Millionen kommen vorerst nicht. Die Hängepartie geht weiter. OB-Kandidat Peter Finger (Grüne) zum EXPRESS: „Wir brauchen dringend einen Plan B. “
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