20 Wochen nach der Bluttat in Kessenich:
Noch immer ist nicht geklärt, ob zwei Polizisten schon Wochen vorher von der Pistole wussten, mit der Daniel S. am 20. Oktober seine Frau Yvonne (32) hinrichtete, dann sich selbst tötete.
Und wenn ja, warum sie schwiegen. Inzwischen sind beide Beamte wieder offiziell im Dienst. Was Oktober/November 2009 passierte, machte viele Bonner fassungslos.
Da erschießt ein Mann seine Frau auf offener Straße, begeht dann Selbstmord. Wenig später geraten Mitarbeiter des Jugendamtes ins Kreuzfeuer: Sie hatten im Vorfeld des Mordes von der Waffe gehört, kontaktierten deshalb aber nicht die Polizei. Und dann kommt raus: Zwei Beamten hatten davon wohl auch längst erfahren...
Seit Ende November 2009 stehen jetzt ein Hauptkommissar (49) und ein Kommissar (48) der Bonner City-Wache unter dem Verdacht der fahrlässigen Tötung durch Unterlassen. Sie sollen bereits Mitte September – also fünf Wochen vor der Tat – von der Schusswaffe erfahren, den Hinweis aber nicht weitergegeben haben.
„Die Ermittlungen laufen noch“, erklärt Staatsanwältin Monika Volkhausen. Vermutlich wird es auch noch längere Zeit dauern, bis der Fall abgeschlossen ist. Nach den strafrechtlichen Ermittlungen folgen die disziplinarrechtlichen. Dabei wird geprüft, ob die unter Verdacht stehenden Polizisten zum Beispiel Verwaltungsvorschriften missachtet haben.
Arbeiten dürfen sie inzwischen wieder. Polizeisprecher Harry Kolbe: „Das Verbot zur Führung der Dienstgeschäfte wurde aufgehoben.“ Nach EXPRESS-Informationen ist einer der Beamten allerdings krank geschrieben, der andere soll Elternzeit genommen haben.
Der Vorwurf lastete schwer. Denn mit der Schusswaffe wurde eine Mutter ermordet, wurden deren zwei kleinen Töchter (6, 13) zu Vollwaisen. Sie leben jetzt bei Verwandten der toten Yvonne S. in Bonn. Diese haben Kinder im Alter der Mädchen, die auf dieselbe Schule gehen.
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