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Verkehrte Welt: Bestatter retten Mann (66) das Leben

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Diese Bestatter sind Lebensretter:  Gökhan Yüksel (31, r.) und Andreas Klassen (49).
Diese Bestatter sind Lebensretter: Gökhan Yüksel (31, r.) und Andreas Klassen (49).
Foto: Kuffner
Bad Münstereifel –  

Ihr Geschäft ist der Tod. Gökhan Yüksel (31) und Andreas Klassen (49) arbeiten beim „Bestattungshaus Metzen/Pfahl“, haben täglich mit dem Sterben, dem Leid und der Trauer zu tun. Normalerweise. Denn jetzt wechselten sie quasi die Seite – aus den beiden Bestattern wurden Lebensretter!

Yüksel und Klassen machten gerade Mittagspause. Den Leichenwagen geparkt, schlenderten sie zu Fuß durch die City – und wurden plötzlich Hauptakteure eines Dramas! Ein älterer Mann saß auf dem Steinboden, er war benommen, hatte offenbar einen Herzanfall. Neben ihm kniete ein Arzt samt Medizinerkoffer, auch er war zufällig vorbei gekommen und versuchte jetzt, den Mann wachzuhalten. Vergeblich.

Die Bestatter halfen sofort mit. „Als der Senior das Bewusstsein verlor, haben wir auf ihn eingeredet, er müsse jetzt stark sein, wach werden“, erklärt Andreas Klassen. Die Dramatik spitzte sich zu. Der Mann öffnete zwar wieder die Augen, doch er atmete schnappend.

„Er guckte erst zu dem Arzt, dann fixierte er mich“, so Gökhan Yüksel. „Sein Blick schien zu flehen: Hilf mir doch! Dann war da auf einmal gar nichts. Kein Puls, nichts.“ Während Klassen losrannte, um die Rettungskräfte einzuweisen und der Arzt die Beatmung übernahm, begann Yüksel mit der Herzmassage – 20 Minuten kämpfte der Bestatter um ein Leben!

Als der Notarzt kam, löste der ihn bei der Herzmassage ab. „Nach zirka fünf Minuten habe ich dann aber wieder übernommen“, so Yüksel. „Ich war klitschnass, verspürte aber keine Anstrengung. Dass ich das kann – ich wusste das auch nicht. Aber ich habe instinktiv alles richtig gemacht.“

Auf einmal spürte er wieder einen Herzschlag unter seinen Händen! „Ich dachte nur: Wow, sonst holst du nur Tote ab, aber jetzt rettest du ein Leben. Das war ein Glücksgefühl.“ Eine Geschäftsfrau, die alles mitbekam, nannte Yüksel einen Engel. Und der Arzt lobte: Ohne die schnelle Hilfe der Bestatter, wäre der Mann, ein 66-Jähriger, vor Ort wohl gestorben.

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