Bonn - Der Fall der 15-jährigen Eva: Sie ist nach ihrer Entführung zweimal vergewaltigt worden.
Nur fünf Wochen nach dem Martyrium hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den mutmaßlichen Täter Christian W. (25) erhoben.
Auch gegen Polizisten wird noch ermittelt: Beamte leisteten sich peinliche Fahndungspannen.
Neue Details im aufsehenerregenden Fall der 15-jährigen Eva, die lange 18 Stunden in den Händen eines Entführers war. Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag die Anklageschrift gegen Christian W. (Namen geändert), Angestellter im Hotel- und Gaststättengewerbe, wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung vorgelegt.
Das hat sich laut Staatsanwaltschaft abgespielt: Am 28. Februar spricht Christian W. gegen 22.45 Uhr das Mädchen in Medinghoven als angeblicher Polizist an. Eva zeigt ihren Schülerausweis. „Ich muss dich nach Hause fahren“, lügt W. Als Eva ablehnt, packt W. die 15-Jährige, zieht sie ins Auto.
Dort legt er Eva hinter ihrem Rücken Handschellen an, verklebt den Mund, setzt ihr eine Maske aufs Gesicht. In seiner Wohnung in Flamersheim löst er mitten in der Nacht plötzlich die Handschellen.
W. zieht Eva aus, legt sie aufs Bett. Dann vergewaltigt er das Mädchen. Vergeht sich nach einer Pause noch mal an ihr.
Ganze 18 Stunden hält der Täter sein Opfer in der Gewalt. Er geht nur einmal zwischendurch kurz Zigaretten holen. Um 16.30 Uhr fährt Christian W. Eva nach Hause. Am Abend wird der Mann festgenommen. Die Polizei findet in der Wohnung Kinderpornos.
Die Staatsanwaltschaft will Sicherungsverwahrung für W. beantragen. Er hat bis März 2006 bereits eine dreijährige Knaststrafe abgesessen - wegen Vergewaltigung und Freiheitsberaubung.
Auch gegen Polizisten wird ermittelt: Eine Zeugin hatte beobachtet, wie Eva ins Auto gezerrt wurde und das Kennzeichen durchgegeben. Trotz Infos über den Sex-Täter klingelte die Polizei nicht bei ihm.
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