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Veilchendienstag: Unfassbar! Medikamente statt Kamelle im Zoch

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Die Medikamente gibt es in der Apotheke und sind nichts für Kinder.
Die Medikamente gibt es in der Apotheke und sind nichts für Kinder.
Foto: dpa (symbolbild)
Rheinbach –  

Bei strahlendem Sonnenschein warfen knapp 800 Narren beim Veilchendienstag reichlich Kamelle und Strüßje. Die Freude bei den Jecken bekam aber schon am Mittwoch einen herben Dämpfer: Neben Kamelle hatte eine Zochgruppe apothekenpflichtige Medikamente verteilt!

Ein besorgter Vater informierte den Festausschuss, als er zwischen den Kamellen seines Sohnes ein Päckchen des Arzneimittels „Sandocal-D 1000/880“ entdeckte. „Diese Art von Wurfmaterial ist beim Karnevalszug natürlich verboten“, erklärt Jörg Orth, Vorsitzender des Festausschuss Rheinbacher Karneval, fassungslos. So etwas sei in Rheinbach noch nie vorgekommen.

Sandocal ist ein apothekenpflichtiges Granulat, das ältere Menschen bei Calcium- und Vitamin-D-Mangel oder auch Osteoporose nehmen. „Uns ist unbegreiflich, wie das passieren kann. Das Präparat ist nur in Apotheken erhältlich und nicht in Probegrößen für Werbezwecke im Umlauf“, erklärt Hermann Hofmann von der Pressestelle des Arzneikonzerns Sandoz. „Wir finden das äußerst beunruhigend.“

Bei einmaliger Einnahme soll das Produkt keine bedenklichen Nebenwirkungen haben. „In Einzelfällen kann es allerdings zu allergischen Reaktionen kommen“, informiert Katja Eschmann, Sprecherin des Rhein-Sieg-Kreises.

Für Kinder und Jugendliche sei das Produkt überhaupt nicht vorgesehen. Laut Beipackzettel kann Sandocal in zu hohen Dosen Übelkeit, Durchfall und Erbrechen hervorrufen. In sehr seltenen Fällen sind sogar Herzrasen und Herzrhythmusstörungen möglich.

Welche Truppe das verbotene Wurfmaterial in Umlauf gebracht hat, ist noch unklar. „Gemeinsam mit dem Festausschuss versuchen wir jetzt, den Verursacher ausfindig zu machen“, so Eschmann.

Wer der Schuldige auch sein mag, für den Rheinbacher Karnevalschef steht fest: „Die verantwortliche Gruppe wird aus dem Karneval ausgeschlossen und darf bei unserem Zug nicht mehr mitlaufen.“ In Zukunft wolle man die Zugteilnehmer noch schärfer kontrollieren, kündigt Orth an.

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