Ein akademisches Big Brother mitten in Bonn? Dr. Andreas Archut, Pressesprecher der Uni Bonn wiegelt gegenüber dem EXPRESS ab: „Innerhalb des Gebäudes besteht optisch keinerlei Unterschied zu einem gewöhnlichen Gebäude.“ Es handele sich um einen Fertigbau, der aus containergroßen Bauelementen, sogenannten Modulen, zusammengesetzt wird. Ein Gebäude mit insgesamt 3 Hörsälen.
Und alles nur eine Übergangslösung: Das Poppelsdorfer Container-Dorf gewährt den Informatikern vorübergehende Zuflucht - ihre Heimat, die Pädagogische Fakultät an der Römerstraße, ist mit Giftstoffen belastet. Anfang 2011 sollen die Container bezogen werden. Zwei Jahre lang sollen die Informatiker dort mit Bits und Bytes arbeiten - bis 2013 der Poppelsdorfer Campus steht.
Baugrund sind die ehemaligen Versuchsfelder hinter der Mensa. Sprecher Archut: „Es sind verschiedene Szenarien diskutiert worden, die Containerlösung bekam den Zuschlag. So wird der Informatik eine Verteilung auf räumlich getrennte Standorte erspart.“
Kostenpunkt für 5.000 Quadratmeter Container-Dorf: 11-12 Millionen Euro. „Im Anschluss daran werden andere Institute die Container nutzen“, sagt Frank Buch, Sprecher des ausführenden Baubetriebs NRW. Sicher ist: Der Auszug ist überfällig.
Obwohl bereits 2004 bei Untersuchungen im Uni-Gebäude Römerstraße eine gesundheitsgefährdende Belastung der Raumluft mit der Chemikalie PCB entdeckt wurde, dauerte es sechs Jahre, bis mit der leidgeprüften Informatik zu Beginn nächsten Jahres der letzte ansässige Fachbereich umziehen kann. Andere Bereiche sind dagegen schon längst raus aus dem Gammel-Bau.
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