Jetzt beginnt die ganz heiße Phase, jetzt entscheidet sich das Schicksal des Bonner Straßenstrichs.
Wird er verlegt, in Verrichtungsboxen gepackt – oder vielleicht gestrichen? Die Bezirksregierung Köln hat von der Stadt Vorschläge gefordert. Am 1. Oktober lief das Ultimatum ab.
Jetzt muss Stadtdirektor Dr. Volker Kregel am Montag in der Domstadt anrücken und eine Lösung aus dem Hut zaubern.
Bislang kam man in Sachen „Freiluft-Huren“ auf keinen grünen Zweig.
• Alternative Standorte für den Straßenstrich: Fehlanzeige. Laut Stadt liegen alle denkbaren Straßen in hochwertigen Gewerbegebieten, in Naherholungsgebieten oder in der Nähe von Schulen.
• Das Aufstellen von Verichtungsboxen nach Kölner Vorbild: Fehlanzeige. 16 Standorte wurden untersucht und keiner als geeignet bewertet.
• Außerdem sind die Boxen teuer. 500.000 Euro in der Anschaffung, 300.000 Euro pro Jahr im Unterhalt – auf Steuerzahlerkosten.
Wie EXPRESS von Insidern erfuhr, zittert man im Bonner Stadthaus, dass es wieder wird wie früher. Denn die Bezirksregierung soll der Ansicht sein, dass man in Bonn Prostitution auch tagsüber anbieten muss! Zurzeit dürfen die Huren erst ab 20 Uhr draußen stehen. Außerdem könnte die Gerhard-Domagk-Straße (liegt seit 1. September 2008 im Sperrbezirk) bald wieder zum Straßenstrich gehören.
Offiziell will die Bezirksregierung zum Thema Bonner Strich bis Montag noch nichts sagen. Sprecher Oliver Königsfeld: „Wir können dem Gespräch nicht vorgreifen.“
Für die Anwohner rund um Probsthof und Gerhard-Domagk-Straße wäre es ein herber Rückschlag. Sie wollen die „Freiluft-Huren“ am liebsten ganz vor ihren Häusern weghaben. Eine Miliz machte sogar schon Jagd auf die Frauen und ihre Freier – mit Taschenlampen.
Der Ärger um den Bonner Straßenstrich: Er scheint weiterzugehen. Denn laut Gesetz (Artikel 297 EGStGB) kann Prostitution in Städten ab 50.000 Einwohnern nicht verboten, nur durch Sperrbezirke eingeschränkt werden.
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