Empfehlen | Drucken | Kontakt15.12.2008 - 00:00 Uhr

Uhren-Betrug: Morddrohung gegen Bonner

Von I. KLINGELHÖFER
Echt echt? Diese Uhr D&G verkaufte der Beueler für 104 Euro.
Echt echt? Diese Uhr D&G verkaufte der Beueler für 104 Euro.

Bonn - Beschimpfungen, miese Beurteilungen. Seit Ebay den Verkaufsaccount eines Beueler „Powersellers“ wegen des Verdachts des Betrugs sperrte, kocht die Wut bei Hunderten Käufern hoch.

Die Angestellten des mutmaßlichen Betrügers erhielten jetzt sogar erste Morddrohungen!

Der Beueler, der über Ebay angebliche Designer-Uhren von D&G und Armani zum Schnäppchenpreis anbietet, soll zirka 20.000 bereits per Vorkasse bezahlte Uhren noch nicht ausgeliefert haben. Warenwert: rund eine Million Euro!

Als Ebay wegen der Häufung von Beschwerden den Verkaufsaccount am 4. Dezember schloss, brach unter den Uhrenkäufern zum Teil Panik aus. Sie hatten bezahlt, warteten aber vergeblich auf ihre Ware.

Inzwischen, so Polizeisprecher Christian Gräßler, erstatteten 250 von ihnen Anzeige. Damit gaben sich einige aber offensichtlich nicht zufrieden!

Im Ebay-Forum berichtet der Beueler, dass seine Mitarbeiter beleidigt, bedroht worden seien - sogar mit Mord! Auch Leute mit seinem Familiennamen, die nichts mit dem Geschäft zu tun haben, würden terrorisiert.

Er entschuldigt sich, dass deswegen in seinem Geschäft zeitweise keiner ans Telefon ginge. Denn auch er und sein Bruder werden nach EXPRESS-Informationen bedroht. Angeblich trauen sie sich nicht mehr vor die Tür.

Vom älteren Bruder hatte der Tatverdächtige (24) die Geschäfte erst vor wenigen Wochen übernommen. Beide sollen auf großem Fuß leben. Teure Flitzer, edle Klamotten, schickes Laptop unterm Arm. Der Jüngere soll sich erst vor kurzem ein neues Motorrad gegönnt haben.

Wo also floss die Million hin? Ist das Geld der Kunden futsch? „Die sind am Ende“, so ein Insider über die Brüder. Denn die Firma soll bereits 2007 Verbindlichkeiten von mehr als eine Million Euro angehäuft haben. Ein Loch, dass sie jetzt stopfen wollten?

Polizeibeamte durchsuchten bereits die Geschäftsräume in Beuel, stellten dabei Beweismittel wie Computer und Akten sicher. Staatsanwältin Monika Volkhausen: „Unsere Ermittlungen wegen des Verdachts des Betrugs dauern an.“

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