Sonnenkönig! Mr. Greentech. Solarpionier! Frank Asbeck (53) galt jahrelang als Branchenführer in der Solarindustrie. Wegen des Preisverfalls ist nun auch seine Firma Solarworld ins Trudeln geraten, Asbeck kündigte Entlassungen an.
Allein in Bonn sind 20 Stellen gefährdet. Ausgerechnet in der Krise gönnt Asbeck sich das Fünf-Millionen-Schloss Marienfels in Remagen. Im EXRESS-Interview nimmt der Selfmade-Millionär Stellung.
Herr Asbeck, ihre Firma kriselt, Sie haben hohe Schulden und müssen Mitarbeiter entlassen. Darf man sich in dieser Zeit ein Schloss für fünf Millionen Euro leisten?
Asbeck: Das ist vollkommener Quatsch. Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Ich habe Marienfels als Privatmann gekauft und nicht als Vorstandsvorsitzender eines börsennotierten Unternehmens.
Es kommt aber der Eindruck auf: Sie leben in Prunk und Protz und die Mitarbeiter, denen gekündigt werden muss, kämpfen um ihre Existenz...
Ich verstehe, dass das jetzt miteinander verquickt wird. Aber in diesem Schloss wird mietfrei eine gemeinnützige Stiftung untergebracht, in denen verschiedene soziale Projekte angestoßen werden. Ich verstehe nicht, was daran moralisch verwerflich sein soll?
Der Zeitpunkt ist unglücklich...
Das kann man sich nicht aussuchen. Das Objekt ist seit November frei, da blieb mir keine andere Wahl. Außerdem ist es ein wunderschönes Anwesen.
Hätten Sie das Geld nicht lieber in Ihre Firma, die im Moment große Schwierigkeiten hat, stecken sollen?
In dieser Stiftung werden Forschungsprojekte im Bereich der Solartechnik gefördert. Außerdem kümmern wir uns um die soziale Förderung von behinderten und nicht behinderten Kindern. Das habe ich von meinem privaten Vermögen bezahlt. Und es ist mir ein großes Anliegen, diese sozialen Projekte zu unterstützen.
Solarworld ist Sponsor des 1. FC Köln, der Vertrag endet im Sommer. Werden Sie trotz der Probleme Ihrer Firma Ihr Engagement beim Zweitligisten verlängern?
Das ist noch nicht entschieden. Darüber werden wir rechtzeitig reden.
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