Der WCCB-Skandal: Er kostet die Stadt Bonn nicht nur jede Menge Ansehen. Jetzt muss auch mal wieder richtig Geld locker gemacht werden. Und zwar satte 800 000 Euro, damit in Beethovenhalle, Plenarsaal und Wasserwerk nicht die Lichter ausgehen. Aber nur bis Mitte Februar!
Das Geld wird in die insolvente WCCB-Management GmbH gesteckt, damit die in den nächsten Wochen handlungsfähig bleibt - und zum Beispiel die Prinzenproklamation am 8. Januar in der Beethovenhalle nicht abgesagt werden muss. Was im übrigen auch ein teurer Spaß geworden wäre: Der Festausschuss hätte Schadensersatz in fünfstelliger Höhe gefordert.
Ein Beispiel, an dem man sieht, in welch blöde Lage sich die Stadt manövriert hat: Sie ist nicht mehr „Herrin“ in der eigenen Beethovenhalle, Veranstaltungen laufen über die GmbH.
Die ist in der nächsten Zeit für 20 Veranstaltungen, 10 Orchesterproben und natürlich auch die Silvesterparty in der Halle verantwortlich.
Im öffentlichen Teil der Ratssondersitzung war aber erst mal Hauen und Stechen angesagt. Polit-Scharmützel über E-Mails oder späte Verwaltungsvorlagen, die Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch mit einem trockenen „Das geht ja gut los“ kommentierte. Doch letztlich wollten alle die Kuh in Sachen WCCB vom Eis kriegen.
Eine teure Notlösung. Und wie es ab März dann weitergeht, ob die Stadt die Steuerzahler noch mal zur Kasse bitten muss - alles offen.
Könnte sein, dass private Betreiber jeweils für Halle, Plenarsaal und Wasserwerk den Zuschlag bekommen. Bleibt die millionenschwere Frage: Was wird aus der Baustelle WCCB?
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