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Staatswalt hat Berufung eingelegt Thermen-Chefin: Jetzt droht ihr doch Knast

Eva U. mit ihrem Verteidiger Christoph Klein.

Eva U. mit ihrem Verteidiger Christoph Klein.

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Jochen Sprothen Lizenz

Bonn/Mechernich -

Bei der Urteilsverkündung nach dem ersten Prozess war sie so erleichtert, konnte die Tränen nicht zurückhalten. Obwohl sie 260.000 Euro veruntreut hatte, kam Eva U., Ex-Chefin der Eifel-Therme Zikkurat, mit zwei Jahren auf Bewährung davon. Aber jetzt sitzt die 49-Jährige wieder vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt.

Staatsanwalt Christian Graßie will Eva U. im Knast sehen. Beim immens hohen Schaden und dem langen Tatzeitraum (fast vier Jahre) sei eine Bewährungsstrafe etwas milde, so die Begründung. Er fordert zwei Jahre und acht Monate.

Von Juli 2007 bis März 2011 hatte U. die Abrechnungen der Eifel-Therme frisiert, zwackte so bis 14.000 Euro im Monat für sich selbst ab. Davon stopfte die Frau zunächst Löcher in der Haushaltskasse. Später wurden Reisen unternommen, Autos angeschafft.

Vor dem Amtsgericht zeigte sich Eva U. einsichtig und reuig. Außerdem hat sich die 49-Jährige selbst angezeigt – sonst wären die Fälle womöglich gar nicht aufgefallen. Denn eine Kassenprüfung in der Therme durch die beiden Geschäftsführer oder die Stadt hatte es in all den Jahren nie gegeben!

Weil U. auch versucht, den Schaden wiedergutzumachen (sie zahlt aktuell monatlich 320 Euro an die Stadt), beließ es der Richter bei der Bewährungsstrafe. Ob es dabei bleibt, muss jetzt in Bonn bei einem zweiten Termin geklärt werden. Die Kammer hat aber bereits signalisiert, dass sie das Urteil aus 1. Instanz für angemessen hält.