Die Euskirchener Kettensägen-Bande: Seit Karneval sitzen die vier Männer hinter Gittern. Jetzt kam raus: Die Polizei hat dicke Fische geschnappt.
Denn die Gauner haben noch viel mehr auf dem Kerbholz: Erpressung und Brandstiftung. Außerdem wird wegen Waffen- und Drogenbesitzes gegen sie ermittelt.
Die vierköpfige Bande im Alter von 24 bis 38 Jahren hatten bei einem Bruch mehrere Kettensägen und Motorbohrer erbeutet. Doch in der U-Haft gestanden sie allein für den Raum Euskirchen 26 Straftaten – vorwiegend Diebstähle, aber auch Brandstiftung.
Die Polizei schloss sich mit den Kollegen in Göttingen kurz. Und siehe da: Diese konnte die Festgenommenen mit einem Fall aus dem vergangenen Jahr in Verbindung bringen. Neben den Deals auf eigene Faust waren die arbeitslosen Männer auch offen für „kriminelle Beschäftigungsmaßnahmen“.
So soll die Bande von dem Boss eines Gartenbau-Unternehmens aus Euskirchen Aufträge erhalten haben. Der 40-Jährige hat die Truppe im vergangenen Oktober auf einen ehemaligen Geschäftspartner gehetzt. Das Ziel: Schulden in Höhe von mehreren Tausend Euro einzutreiben.
Nachdem die Täter zwei Autos des 47-jährigen Göttingers in Brand setzten (Sachschaden etwa 20.000 Euro), führten sie anonyme Drohanrufe durch, bei denen sie dem Mann dringlich ans Herz legten, seine Verbindlichkeiten endlich zu begleichen.
Zeugenaussagen von Anwohnern führte die Göttinger Polizei schließlich in den Kreis Euskirchen. Den Nachbarn war in der Tatnacht ein verdächtiges Auto mit EU- Kennzeichen aufgefallen.
Die Bandenmitglieder sitzen aktuell in der JVA Aachen ein. Neben den bekannten Delikten wird auch wegen Waffenbesitzes und Drogenhandels ermittelt.
Auch der mutmaßliche Auftraggeber aus Euskirchen steht mit seinen rüden Inkasso-Methoden nun im Fokus der Polizei. „Er weiß von den Ermittlungen gegen ihn, hat sich bislang jedoch noch nicht geäußert“, sagte Jasmin Kaatz, Sprecherin der Polizei Göttingen, gegenüber EXPRESS.
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