Was für eine verrückte Aufklärung! Die Polizei spürte in Luxemburg vier geklaute Trecker aus Bornheim-Roisdorf auf – weil die Bonner Ermittler die Spuren im Schnee „lasen“. Denn der dicke Brummi, mit dem die Landmaschinen weggeschafft wurden, hatte im tiefen Weiß den Abdruck seines Motors samt Bremstrommeln hinterlassen.
Als der Täter auf das Gelände der Bornheimer Firma (Agrartechnik) fuhr, lag der Schnee noch kniehoch. Er stellte den Laster ab, begann damit, die vier Schmalspur-Traktoren (Gesamtwert: 300:000 Euro) darauf zu verladen. 20 Minuten dauerte das.
„In der Zeit haben sich die warm gefahrenen Motorteile und Bremstrommeln des Fahrzeugs regelrecht in die gefrorene Schneedecke eingeschmolzen“, erklärt Kriminalhauptkommissar Josef Kollmann. Er und sein Team vermaßen akribisch diese „Schmelzspuren“ und Reifenabdrücke. Kollmann: „Danach war uns klar, dass wir nach einer zweiachsigen Zugmaschine mit einem Tandem-Anhänger suchen müssen.“
Volltreffer: Wenige Stunden vor der Tat war so ein Sattelschlepper im Industriegebiet in Troisdorf-Spich geklaut worden. Außerdem zwei Auffahrrampen. Alles passte. Und die Polizei ging mit einem Foto des Spicher Brummis an die Presse.
Prompt meldete sich ein Zeuge. Er wusste, wo der gesuchte Lkw steht – in Altenkirchen im Westerwald! Rund 110 Kilometer von Bornheim weg. Die Ermittler stellten dort auch Landmaschinen (Wert: 200:000 Euro) sicher, geklaut in Bitburg.
Die irre Spurensuche ging weiter. Nach neuen Hinweisen kamen die Beamten dem Täter auf die Spur. Der 29-Jährige aus dem Raum Trier saß inzwischen wegen eines Verkehrsdelikts im Knast. Kollmann: „Er räumte den Diebstahl der vier Bornheimer Traktoren ein und gab an, diese bei einem unwissenden Unternehmer in Luxemburg abgestellt zu haben.“ Von dort wurden die Trecker wieder in den heimischen Gemüsegürtel zurückgeführt.
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