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Salon der Polit-Prominenz: Joachim hat die Haare schön

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Salon Münch: Hier ein bisschen kürzer und da mal drüberkämmen: Bundespräsident Joachim Gauck lässt sich von Udo Münch (55) die Haare schneiden.
Salon Münch: Hier ein bisschen kürzer und da mal drüberkämmen: Bundespräsident Joachim Gauck lässt sich von Udo Münch (55) die Haare schneiden.
 Foto: Thomas Banneyer
Bonn –  

17.51 Uhr: Friseursalon Münch, Karl-Carstens-Straße 20: Zwei schwarze Limousinen mit Blaulicht rauschen auf den Parkplatz. Männer in Anzügen und Knopf im Ohr steigen aus. Und aus dem hinteren Auto steigt – Joachim Gauck (73). Der Bundespräsident bekommt die Haare schön. EXPRESS war exklusiv dabei.

"Schönen guten Tag, Herr Bundespräsident. Ich freue mich ganz besonders, dass ich Sie begrüßen darf“, empfängt Friseurmeister Udo Münch (55) das Staatsoberhaupt an der Eingangstür zu seinem Salon. „Ach, wirklich“, schmunzelt Gauck, „man hat Sie mir empfohlen.“

Gauck tritt in den kleinen Salon, schaut sich um. An den Wänden stehen schwarze Stühle, davor hohe Spiegel, in der Mitte des Raums zwei Stühle mit Waschbecken, an der Wand Fotografien von Politikern. Gauck begrüßt die EXPRESS-Reporter per Handschlag und lässt sich in den Schneideumhang helfen.

Seit 1950 kommen deutsche Politiker in den Salon Münch im ehemaligen Regierungsviertel. Bis zum Umzug der Hauptstadt nach Berlin war der Salon als „Frisiersalon Deutscher Bundestag“ bekannt. „Der letzte Bundespräsident bei uns war Richard von Weizsäcker (92). Dass Herr Gauck kommt, habe ich erst am Mittag erfahren. Ich bin selbst ziemlich überrascht“, wundert sich Münch.

Gauck nimmt vor dem Spiegel direkt neben der Eingangstür Platz. Ein Leibwächter steht an der Fensterseite, Pressemitarbeiter Johannes Sturm (32) steht zu seiner Rechten.

„Welchen Prominenten haben Sie denn hier schon die Haare geschnitten“, fragt Promi Gauck und guckt Friseurmeister Münch durch den Spiegel an. Der antwortet etwas verlegen: „Ja, an der Wand (zeigt auf Fotografien) können Sie ja schon einige sehen. Waren schon recht viele hier.“

Gauck lächelt, streicht mit seiner Hand durchs Haar: „Ich denke, wir müssten überall die Spitzen etwas schneiden. Und vor allem im Nacken etwas kürzer.“ Münch ganz Profi: „Ja, ja, das sehe ich schon.“

Dann gönnt sich Gauck echten Luxus: Privatsphäre! Er schickt seine Mitarbeiter vor die Tür, bleibt alleine mit Friseurmeister Münch im Salon. 40 Minuten später sind seine Haare frisch gewaschen und einen Zentimeter kürzer – Haargel gab es nicht und bezahlt hat Herr Gauck auch.

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