Vom Geldautomaten ist nur noch ein zerfetztes Gerippe übrig, Boden und Gehweg sind mit Glassplittern übersät, die Stahltür der Bankfiliale ist durch die Detonation 20 Meter weit geflogen.
Große Aufregung im Ortsteil Rott: Bankräuber sprengten sich hier am Dienstagmorgen den Weg zu rund 100.000 Euro frei!
Um zwei Uhr riss die Explosion die Anwohner der Dambroicher Straße aus den Betten. Beim Blick aus dem Fenster der Schock: Die SB-Filiale der Raiffeisenbank Sankt Augustin war völlig verwüstet – und ein Audi A 3 raste davon!
Die Zeugen riefen die Polizei. Eine Fahndung verlief erfolglos. Am Dienstag wurde zumindest das Fluchtfahrzeug gefunden. Der Audi mit geklautem Nummernschild stand „Auf dem Komp“ – nur wenige Hundert Meter vom Tatort entfernt.
Wie die Bankräuber vorgingen: noch unklar. Die Kripo hat das Landeskriminalamt (LKA) eingeschaltet. „Deren Spezialisten untersuchen jetzt, mit welchen Mitteln die Explosion herbeigeführt wurde“, erklärt Polizeisprecher Burkhard Rick.
Laut Rick gab es in NRW bereits eine Hand voll Fälle, wo Täter ein Gasgemisch benutzt hätten. In Sinzig (Rheinland Pfalz) ging so ein Fall nach hinten los: Einer Bande flog eine halbe Sparkasse um die Ohren, weil sie zu viel Gas benutzt hatten. Ein Täter erlitt schwere Verletzungen, wurde von seinen Komplizen vors Bonner Johanniter Krankenhaus gelegt.
In Rott blieb es bei einer zerstörten Filiale und stolzer Beute. „Wir sind sehr betroffen“, so Karl-Josef Schmitz, Vorstand der Raiffeisenbank Sankt Augustin. „Wenn man die Verwüstung sieht, ist man erstmal froh, dass keine Person zu Schaden gekommen ist.“
Der Rotter Geldautomat, der sich in einem unbewohnten Gebäude befindet, war schon häufiger Ziel von Räubern. Die versuchten ihn aber konventionell mit Brechstange zu knacken.
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