Bonn
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Empfehlen | Drucken | Kontakt 25.01.2013 - 21:35 Uhr

Rumpel-City Bonn: Nach der Eiszeit kommen die Schlaglöcher

Von ALEXANDER KUFFNER und ERHARD PAUL (Fotos)
Auch am Rathaus ist der Belag aufgeplatzt.
Auch am Rathaus ist der Belag aufgeplatzt.
Foto: Erhard Paul
Bonn –  

Risse, Löcher, Stolperfallen – die Bonner Schlaglochsaison ist wieder eröffnet! Der Frost lässt die Stadt aufplatzen. Weit über 1.000 kaputte Stellen sind nach Schätzungen in diesem Winter schon dazugekommen. Die Stadt kämpft an allen Fronten, kommt aber kaum hinterher. Für Komplettsanierungen fehlt sowieso das Geld.

Auto- und Radfahrer werden ordentlich durchgerüttelt, aber auch Fußgänger stolpern. Zum Beispiel am Alten Rathaus: Wasser unter den Pflastersteinen friert, drückt sie so nach oben. Man geht wie auf Eiern, gefährliche Kanten bilden sich. Laut Stadt melden Bürger derzeit permanent marode Stellen, rund 50-mal pro Tag! Wenn es ab nächster Woche taut, könnte es noch viel dicker kommen.

Auf der Baumschulallee gibt es tiefe Schlaglöcher.
Auf der Baumschulallee gibt es tiefe Schlaglöcher.
Foto: Erhard Paul

Geflickt wird das 550 Kilometer lange Bonner Straßennetz zur Zeit mit Kaltasphalt, doch der hält nur rund acht Wochen. Heißasphalt hilft langfristig, kann aber erst verarbeitet werden, wenn es garantiert frostfrei bleibt. Dabei ist das schnelle Stopfen der Löcher auch noch sehr viel teurer!

„25 Kilo Kaltasphalt kosten zwischen 100 und 150 Euro“, erklärt ADAC-Verkehrsexperte Roman Suthold (40). Für Heißasphalt, die bessere Lösung, müsse man nur mit 50 bis 100 Euro rechnen – pro Tonne! Der Personalaufwand sei bei beiden Methoden nahezu gleich. Noch ein Schlag fürs knappe Stadtsäckel – für den Unterhalt der Straßen sind in 2013 nur rund 1,6 Millionen Euro übrig. Viel zu wenig, um alle Straßen fit zu halten.

Notdürftig geflickt und wieder aufgeplatzt: Der Asphalt auf der Meckenheimer Allee sieht ziemlich mitgenommen aus.
Notdürftig geflickt und wieder aufgeplatzt: Der Asphalt auf der Meckenheimer Allee sieht ziemlich mitgenommen aus.
Foto: Erhard Paul

Andere Städte wie etwa Köln reden sich mit Finanzproblemen heraus und reparieren Schlaglochpisten teilweise so lange nicht, bis sie grundsaniert werden müssen. Denn dann müssen die entsprechenden Anlieger mit ran und einen Anteil zahlen.

Solche Methoden weist die Stadt Bonn weit von sich. Sprecherin Elke Palm: „Die Verkehrssicherungspflicht ist uns heilig. Wir sind bemüht, jede Unfallgefahr so bald wie möglich durch Sanierung der Straßen zu entschärfen.“

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