Citymarketing e.V. schlägt Alarm: Der Einheitsbrei im Bonner Einzelhandel schnürt den Geschäftsleuten die Luft ab.
„Wenn die Innenstadt nicht wieder lebendiger wird, haben wir gegen große Einkaufszentren keine Chance“, warnt Vorstandsvorsitzender Oliver Hoffmann.
„Wenn wir nicht aufpassen, verlieren wir den Anschluss. Die geplanten Einkaufszentren in Siegburg und Roisdorf hängen wie ein Damoklesschwert über dem Einzelhandel“, sagt Hoffmann. Die Problematik in der Bonner City ist vielfältig: „Es fehlt an der bunten Mischung. Allein vom Markt bis zum Friedensplatz findet man 14 Telefonanbieter“, schildert Hoffmann. „Weitere Punkte sind teure Mieten und zu kleine Ladenflächen.“
Um sich für die Konkurrenz zu wappnen, fordern die Geschäftsleute Initiative von der Stadt. „Die Südüberbauung ist für den Bonner Einzelhandel eklatant wichtig“, sagt Hoffmann. Hier könnte ein konkurrenzfähiges Einkaufscenter mit großem Elektronikmarkt und Supermarkt entstehen. Hoffmann: „Davon profitieren dann auch die Einzelhändler.“
Wichtige Projekte sind in den Augen von Citymarketing auch Festspielhaus und WCCB, um mehr Touristen nach Bonn zu holen. Karstadt-Geschäftsführer Hans-Michael Breitgraf ergänzt: „Um eine Belebung der City zu erreichen, braucht es nicht nur ein breiteres Angebot. Auch die Sauberkeit muss besser werden, es muss genügend zentrale Parkplätze und ein gutes Gastro-Angebot geben.“
Citymarketing wünscht sich von der Stadt vor allem bessere Kommunikation. Beispiel Sperrung der Kennedybrücke: „Sie ist eine extrem wichtige Achse, wir hätten die Kunden schon lange im Vorfeld über die Einschränkungen informieren müssen“, so Hoffmann.
Ein von Einzelhandel und Stadt initiierter „Masterplan“ soll Aufschluss darüber geben, was in Bonn geht und was nicht. „Wir brauchen verlässliche Angaben, auf welchen Geländen sich etwas tun kann“, fordert Citymarketing-Geschäftsführer Markus Fußhöller. Im Fokus dieses Katalogs: Stadthaus, Bahnhofsvorplatz, SWB- und Viktoriagelände, Ermekeil-Kaserne, Wilhelmstraße. Oliver Hoffmann: „Wir sind zuversichtlich, dass wir gemeinsam mit dem OB positive Veränderungen herbeiführen können.“
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