Die Hoffnung starb am Montag gegen elf Uhr... Die Feuerwehr fand die verkohlte Leiche von Künstler Rainer Irrgang (65). In dessen Fachwerkhaus, Bungertstraße, war in der Nacht ein Feuerinferno ausgebrochen. Irrgang lag im Flur - er hatte wohl noch versucht, die rettende Haustür zu erreichen.
Die Löscharbeiten in der Altstadt von Königswinter waren dramatisch. Als 70 Einsatzkräfte gegen Mitternacht vor Ort eintrafen, war der Dachstuhl bereits ein einziges Feuermeer. Kaum drin, hieß es: Schnell wieder raus! Balken krachten runter, verletzten einen Feuerwehrmann. Der Dachgiebel drohte abzustürzen.
Nachbar Dieter Cremer (75) wurde durch heulende Sirenen wach. „Da loderten die Flammen schon aus drei Fenstern, da war nichts mehr zu retten“, erzählt er noch immer geschockt. Ein anderer Nachbar: „Wir hörten Schreie von Passanten auf der Straße.“
Das Schicksal von Künstler Rainer Irrgang war zunächst ungewiss. War er womöglich gar nicht zu Hause? Die Haustür war verschlossen, die Feuerwehr musste sie aufbrechen. Wegen Einsturzgefahr konnten die Kräfte das Haus aber nach dem 65-Jährige nicht absuchen. Erst bei Tageslicht, nachdem Teile der Fachwerkkonstruktion eingerissen worden waren.
Irrgang malte in seinem Atelier im ersten Stock oft die ganze Nacht. Er plante zwei Ausstellungen, in Rolandseck sowie in Barcelona, Spanien. Lebte aber zurückgezogen. Früher machte er Skulpturen, für die Sammler mehr als 20.000 Euro zahlten. Jetzt aber malte er nur noch Bilder.
Ein „Frauenakt in Rot“ hängt in seinem Schlafzimmer im Untergeschoss, das nicht von den Flammen zerstört wurde. Zahlreiche weitere Werke verbrannten mit dem Künstler.
„Vom Brand betroffen waren auch mehrere Pkw, die in einer angebauten Werkstatt abgestellt waren“, so Feuerwehrsprecher Lutz Schumacher. Ein direkt angrenzendes Wohnhaus konnte die Wehr retten.
Montagmittag nahmen die Bonner Kripo und ein Sachverständiger die Ermittlungen zur Brandursache auf. Möglich, dass das Feuer durch eine Zigarette ausgelöst wurde. Irrgang war starker Raucher.
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