Der rätselhafte Mord an Michael A. (27): Was war das Motiv? Und wer ist der zweite Täter? Vor Gericht steht seit am Montag nur Bülent S. (34), der seinen Arbeitskollegen in einem Hochhaus bestialisch abgestochen haben soll. Ein Nachbar hat aber zwei Männer vom Tatort weglaufen sehen.
Was passierte in der Mietskaserne in der Parkstraße in Lohmar? Ein pensionierter Postbeamter war am späten Abend des 1. Juni auf dem Weg zur Toilette, als er aus der Wohnung schräg gegenüber laute Hilfeschreie hörte.
Als der 56-Jährige auf den Flur trat, sah er zwei große Männer aus der Wohnung stürzen, im Laufschritt im dunklen Treppenhaus verschwinden (EXPRESS berichtete).
Dann wagte der Pensionär einen Blick in die Wohnung des Nachbarn - dort lag Familienvater Michael A. tot in seinem Blut. Auch als Zeuge blieb der Pensionär am Montag bei seiner Zwei-Täter-Version. Als Täter hat die Polizei aber nur Michaels Arbeitskollegen Bülent S. ausgemacht - vom zweiten Mann keine Spur.
Bülent S. hat nie etwas von einem Komplizen erzählt. Und auf den Überwachungskameras am Eingang des Hauses ist nur er zu sehen. Verteidiger Thomas Pusch wollte daher vom Zeugen wissen, wie man sonst noch aus dem Haus kommen könne. Die Antwort: „Nur mit Schlüssel durch den Keller.“
Auf der Anklagebank schwieg der Angeklagte am Montag. Dem psychiatrischen Gutachter hatte S., der als schizophren gilt, erzählt, an die Tat könne er sich nicht erinnern.
Nur daran: Kurz vorher sei es zum Streit gekommen. Michael A. habe ihn geschlagen. Er sei eigentlich bei seinem Arbeitskollegen aufgetaucht, um für seinen Sohn eine Playstation zu kaufen. Die Überwachungskamera zeigt jedoch, wie S. schon mit Messer in der Hand das Haus betritt. Der Prozess wird fortgesetzt.
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