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Prozess gegen Fahrlehrer: Verteidigerin will Penis-Gutachten

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Mehmet E. beim Prozessauftakt im September.
Mehmet E. beim Prozessauftakt im September.
Foto: Backhaus
Bonn –  

Ist Mehmet E. (49, Name geändert) ein brutaler Vergewaltiger oder nicht? Vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts läuft aktuell der Prozess gegen den Fahrlehrer. Jetzt hat dessen Verteidigerin einen kuriosen Beweisantrag gestellt. Um die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen, fordert sie ein Penis-Gutachten!

Anwältin Sigried Aretz will das Geschlechtsteil des Angeklagten vom rechtsmedizinischen Institut in Hamburg vermessen und untersuchen lassen. Die Experten sollen beurteilen, ob der geschilderte Tatablauf zur Penisgröße passt. Laut Anwältin ist er nämlich zu dick…

Der Penis des mutmaßlichen Vergewaltigers soll selbst im erigierten Zustand zwar etwas kurz (13 cm), dafür aber verhältnismäßig dick (14,5 cm Umfang) sein. Studien zufolge läge der durchschnittliche Penisumfang lediglich bei elf bis maximal zwölf Zentimetern, so die Anwältin. „Ich habe lange überlegt, ob ich den Antrag stelle. Aber ungewöhnliche Fälle erfordern ungewöhnliche Mittel“, sagte Sigried Aretz zum EXPRESS.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fahrlehrer (betreibt seit über zehn Jahren eine Fahrschule) vor, eine damals 19-Jährige 2005 in seiner Wohnung im Bornheimer Raum in eine Sex-Falle gelockt zu haben. Hier soll der Afghane das Mädchen brutal anal vergewaltigt haben.

Verteidigerin Aretz ist sicher: „Aufgrund der anatomischen Besonderheit meines Mandanten hätte die so geschilderte Tat zu erheblichen Verletzungen geführt, die in jedem Fall sehr schmerzvoll gewesen wären und hätten ärztlich behandelt werden müssen.“ Die 19-Jährige hatte sich allerdings nie einem Arzt oder den Eltern anvertraut.

Die Kammer muss jetzt entscheiden, ob sie den Beweisantrag zulässt und Mehmet E. wirklich zum Penis-Gutachten antreten muss. Gerichtssprecher Dr. Michael Bräuer: „Bisher hat die Kammer über diesen ungewöhnlichen Antrag noch nicht beschieden.“

Mehr kuriose „Penis-Fälle“:

Köln
Düsseldorf

Noch kurioser der Fall 2005 am Kölner Landgericht: Ein wegen Vergewaltigung angeklagter Mann packte in der Verhandlung sein bestes Stück aus, präsentierte eine „Tweety“-Tätowierung auf dem Gemächt. Diese konnte das Opfer nicht identifizieren. Der Mann wurde freigesprochen.

Januar 2010 ließ das Landgericht Düsseldorf den Penis eines wegen Kindesmissbrauchs Angeklagten (49) vermessen. Das Mädchen (16) hatte in einem Annäherungsversuch des Onkels dessen Penis vermessen müssen, kam auf 23 cm. Der medizinische Gutachter maß nur 12,5 cm!

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