Aktuelle Nachrichten aus Köln, der Welt sowie Neues vom Sport und der Welt der Promis.

Premiere: Ako-Missbrauch geht in Bonn auf die Bühne

Bilder-v-uns-0025

Benjamin Grüter (vorne) spielt Jesko Drescher, den der Missbrauchsskandal über 20 Jahre später einholt. Im Hintergrund: Holger Kraft (spielt den „Johannes“) und  Hajo Tuschy („Malte“).

Foto:

Thilo Beu

Bonn -

So hautnah und authentisch kann Theater sein: Am morgigen Donnerstag hat in der Werkstattbühne des Bonner Theaters das Stück „Bilder von uns“ Premiere. Es geht um den Missbrauchs-Skandal am Aloisiuskolleg in Bad Godesberg.

Das Brisante: Geschrieben hat das Drama Thomas Melle (40), der selbst 1994 an der Skandal-Schule Abitur machte. Im Mittelpunkt seines Stückes steht Jesko Drescher (Benjamin Grüter). Der ist 40 Jahre alt und rundum zufrieden – bis eines Tages ein brauner Umschlag in seinem Briefkasten liegt.

Er enthält Fotos des jungen Jesko – nackt! Er macht sich auf die Suche nach dem anonymen Absender und bringt einen Skandal ins Rollen, der bundesweit für Aufsehen sorgt.

Fast genau sechs Jahre ist es her, als Anfang Februar  2010 der tatsächliche Missbrauchs-Skandal am Elite-Kolleg hochkochte. Einige Wochen später trat der Rektor der Schule, der Jesuiten-Pater Theo Schneider, mit sofortiger Wirkung zurück.

Im Abschlussbericht einer Untersuchungskommission heißt es, dass es zwischen 1946 und 2005 zu „sexuellen Grenzverletzungen und körperlichen Übergriffen“ gekommen ist, in mindestens zehn Fällen soll es auch zu sexuellem Missbrauch gekommen sein. 18 Ordensleute und  fünf Mitarbeiter, so der Bericht,  werden als Täter genannt.

Viele Opfer leiden noch heute unter den Misshandlungen. Der Autor des aktuellen Theaterstückes Thomas Melle: „Jeder, der auf dieser Schule war, muss seine Vergangenheit neu betrachten.“

Im Stück „spielt“ übrigens auch unser Blatt eine kleine Rolle: Schlagzeilen zum Missbrauchsskandal werden für Projektionen aufs Bühnenbild verwendet.