Kleine Anna, was haben sie dir nur angetan… Vier Tage nach dem Tod des Pflegekinds (9) stehen drei Kerzen vor der Tür des Unglückshauses – und erinnern an das Mädchen, das am Donnerstag so qualvoll ertrinken musste.
Das Martyrium der kleinen Anna: Zwei Jahre lebte Anna in der Pflegefamilie von Udo und Margit B. (Namen geändert). Wenn sie beim Essen oder Baden „bockig“ und aggressiv wurde, holten die Pflegeeltern das Klebeband raus, fesselten sie an Händen und Füßen. Die Neunjährige litt an einer Wasserphobie und wurde trotzdem oft mitten in der Nacht zwangsgebadet.
Wie am Todestag. Nachdem Udo B. seine Frau beschuldigte, das Kind untergetaucht zu haben, nimmt er nun die Schuld auf sich.
Mehrfach hatten Anwohner die Behörden alarmiert, weil Anna oft weinte. Auch am Tag ihres Todes. „Am Donnerstag hat sich bei uns eine Bürgerin gemeldet“, bestätigt Wally Feiden, Bürgermeisterin von Bad Honnef. „Wir haben gefragt, ob eine Gefährdungssituation vorliegt. Die Frau verneinte, wies darauf hin, dass das Mädchen aber viel geweint habe.“
Daraufhin sei die Anruferin gebeten worden, sich beim zuständigen Jugendamt Königswinter (dort lebt Annas leibliche Mutter) zu melden. Feiden: „Das hat sie getan, uns aber bei ihrer Rückmeldung gesagt, dass sie den Eindruck gehabt habe, »nicht an der richtigen Adresse« gewesen zu sein.“
Peter Wirtz, Bürgermeister von Königswinter, bestreitet, dass am Donnerstag ein Anruf beim Jugendamt eingegangen sei. Was genau vorgefallen ist, wird jetzt intern geklärt. Feiden betont: Bei „akuter Gefährdung“ wäre auch das Jugendamt Bad Honnef sofort eingeschritten.
Warum haben die Behörden von Annas Qualen nichts mitbekommen? Wie konnte das Ehepaar zwei Jahre lang die perfekte Fassade liebevoller Pflegeeltern aufrechterhalten? Gab es nach der Vermittlung (im Schnitt erhalten Pflegeeltern rund 600 Euro monatlich) keine Nachkontrollen?
Im November hatte es sogar einen Polizeieinsatz gegeben – weil Nachbarn das Weinen der Kleinen gehört hatten. Danach ging Pflegevater Udo B. (51) von Tür zu Tür - um die Nachbarn zu beruhigen.
Eine ältere Nachbarin: „Er erklärte, dass sich das Mädchen selbst verletzen würde und sagte: Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, dass wir Anna nichts tun.“ Alle glaubten ihm.
Unfassbar: Dart-Freunde von Udo und Margit B. wussten von der Pflegetochter gar nichts. „Die beiden waren immer sehr harmonisch miteinander – aber das Kind wurde nie erwähnt!“
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