Der tragische Tod der kleinen Anna (9) - jetzt sitzen die Pflegeeltern Udo (51) und Margit B. (51, Namen geändert) in U-Haft.
Der Vorwurf: Mehrfacher Missbrauch von Schutzbefohlenen, Körperverletzung und Freiheitsberaubung mit Todesfolge. Die Qualen, die das Mädchen ertragen musste, zogen sich mindestens über die letzten drei Monate seines Lebens.
Wenn es nicht essen oder auch nicht baden wollte, kam Klebeband zum Einsatz. Anna wurde dann einige Minuten lang gefesselt – als „Erziehungsmaßnahme“, erklärte der Pflegevater gegenüber den Ermittlern.
War sie „bockig“ oder aggressiv, habe man sich so vor dem Kind schützen wollen. Und auch Anna vor sich selbst. Laut Ärzten neigte das Mädchen dazu, sich selbst zu verletzen.
Rückblick: Auch am vergangenen Donnerstag wollte Anna nicht essen. Die Konsequenz: Fesselung. Abends habe sie dann auch nicht baden wollen, gab der Vater in den Vernehmungen an. Also fesselte man sie erneut.
Während des Badens habe sich das Klebeband teilweise gelöst. Doch als das Kind wieder „bockte“, habe er Anna „untergetaucht“, so Udo B. Tags zuvor hatte B. noch behauptet, seine Frau Margit sei diejenige gewesen, die das Kind unter Wasser gedrückt hätte.
Anna war nach dieser „Erziehungsmaßnahme“ gestorben. Wer von beiden Eltern letztendlich diese Tat begangen hat, blieb am Samstag unklar. Daher erließ die Richterin Haftbefehl gegen beide.
Offen bleibt auch, warum Anna solchen Pflegeeltern in Obhut gegeben wurde. Das Mädchen war vom städtischen Jugendamt Königswinter ins benachbarte Bad Honnef zu den B.'s vermittelt worden. Die Familie sei vom Jugendamt betreut worden, so Peter Wirtz, Bürgermeister in Königswinter.
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